GMT-Uhren
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GMT-Uhren

« Zweite Zeitzone für Vielreisende »

Ob Geschäftsreisende oder Vielflieger, Lebenspartner, die sich an ganz unterschiedlichen Orten dieser Welt befinden oder Global Player im weitesten Sinne: All diese Menschen profitieren von sogenannten GMT-Uhren, also Zeitanzeigern, die in der Lage sind, die Uhrzeiten zweier Zeitzonen parallel darzubieten. Doch wie kam es eigentlich zur Entwicklung dieser speziellen Uhrenkomplikation? Und weshalb tragen die Modelle den Namen „GMT“? Unser Beitrag widmet sich diesen und anderen Fragen zum spannenden Thema.

Alles begann an einem Bahnhof

Wir begeben uns zurück ins Jahr 1876 und folgen den Spuren eines ehemaligen kanadischen Ingenieurs und Eisenbahndirektors namens Sandford Fleming. Nach einer seiner zahlreichen Geschäftsreisen stand er an einem verregneten Landbahnhof in Irland und wartete vergeblich auf seinen Zug. Erraten Sie den Grund? Richtig: Flemings Uhr zeigte eine andere Zeit an als die im Bahnhof installierte – folglich verpasste der Mann sein anvisiertes Fortbewegungsmittel. Dabei wurde ihm einmal mehr bewusst, dass sich die Welt bis dato noch nicht auf eine einheitliche Regelung der Zeit geeinigt hatte. Stattdessen wurden die Uhren von Ort zu Ort nach dem jeweiligen Sonnenhöchststand ausgerichtet. Dass Sir Fleming ausgerechnet an einem Bahnhof auf das herrschende Zeitproblem traf, darf heute durchaus als logische Fügung verstanden werden, denn die Schwierigkeit verschiedener Ortszeiten ergab sich erst durch die Möglichkeit des schnellen Reisens, die wir der Entdeckung und Umsetzung von Dampfkraft und Eisenbahn zu verdanken haben. In jedem Fall strebte Sandford Fleming eine Lösung der Problematik an.

Antike Bahnhofsuhr
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Vereinheitlichung der Uhrzeiten

Der Kanadier tat sich mit Gleichgesinnten zusammen und setzte sich für eine Vereinheitlichung der Uhrzeit bzw. Festlegung von Zeitzonen ein. Seine Gedanken fanden großen Zuspruch. Die Folge: Am 13. Oktober 1884 versammelten sich die Verantwortlichen aus 25 Nationen, darunter auch Deutschland, in Washington zur Meridiankonferenz und legten im Zuge dessen die Weltzeitordnung GMT fest. Das Kürzel steht für „Greenwich Mean Time“. Zur Erklärung: Greenwich, inzwischen ein Stadtteil im Südosten Londons, bildete früher das Zentrum der britischen Marine. Aufgrund der Tatsache, dass der Greenwich-Meridian bereits von sehr vielen Seekarten als Standard für die Koordinatennetze verwendet wurde, entschied man sich damals, die mittlere Ortszeit der königlichen Sternwarte Greenwich als internationalen Null-Meridian zu nutzen. Rein theoretisch wäre jede von Pol zu Pol gezogene Linie als Bezugslängengrad infrage gekommen, da sich die Erde erwiesenermaßen kontinuierlich um ihre eigene Achse dreht. Greenwich zu erküren, schien den Entscheidungsträgern von damals schlicht und ergreifend die einfachste und praktischste Variante. So kam es also, dass sich die Uhrzeiten aller Länder fortan an der Greenwich Mean Time orientierten. Wie aber wurde die Einteilung geregelt?

Zeitsprünge in vollen Stunden

Man fand es am besten, Zeitsprünge in vollen Stunden vorzunehmen. Um eine möglichst sinnvolle Rechnung aufzustellen, wurden die 360 Grad der Erde durch 24, also die Stundenanzahl eines Tages, dividiert. So erhielt man den Wert 15 und beschloss, dass alle Länder bzw. Orte innerhalb einer Zone von 15 Längengraden derselben Zeit folgen sollten. In der Praxis gestaltete und gestaltet sich die Trennung der Zeitzonen nicht ganz so rigid. Neben den Meridianlinien spielen auch politische Staats- und naturgegebene Grenzen wie Gebirge und Flussläufe eine wesentliche Rolle.

Zeitzonen
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UTC

Im Jahr 1972 löste die UTC (Coordinated Universal Time) die GMT als global gültigen Zeitstandard ab. Letztere existiert inzwischen nur noch vereinzelt als Zeitzone im engeren Sinne (Großbritannien, Irland, Island). Bei Uhren, mit dualer Zeitanzeige, wird der Begriff hingegen bis heute zur Definition des Charakteristikums verwendet.

GMT-Uhren – von den Anfängen bis zur Gegenwart

Ursprünglich waren Zeitanzeiger mit dem Feature, eine zweite Zeitzone anzuzeigen, vorbestimmt, zusätzlich zur jeweiligen Ortszeit auch die Greenwich Mean Time darzubieten. Dies erklärt zum einen, weshalb die Modelle als GMT-Uhren bezeichnet wurden und werden, und zum anderen die unflexible Konzeption der ersten Ausführungen mit der nützlichen Komplikation.

Vom starren Stundenzeiger…

Erste Modelle mit zweiter Zeitzone verfügten über einen zweiten Stundenzeiger, der sich äußerst starr präsentierte. Er bewegte sich konstant zum Hauptzeiger mit und nahm stets denselben Zeitabstand zu diesem ein. Mit der kuriosen Einführung der Sommerzeit verloren die nach dem beschriebenen Prinzip arbeitenden Uhrwerke jegliche Sinnhaftigkeit, sodass eine Optimierung des Konzepts zwingend erforderlich war. Auch der immer stärker aufkommende Luftverkehr verlangte nach verbesserten Lösungen der Anzeige einer zweiten Zeitzone.

Dual-Time-Uhr

… zur flexiblen Realisierung der Dual-Time-Uhr

So entstanden nach und nach die beiden Arten, nach denen unsere modernen GMT-Uhren funktionieren. Bei einigen Modellen gibt (nach wie vor) ein zweiter Stundenzeiger Auskunft über die zweite Zeitzone. Allerdings agiert dieser bei weiterentwickelten Exemplaren längst nicht mehr so starr wie zu Beginn der Entwicklung. Er hat keine Probleme mehr mit den geregelten Sommer- und Winterzeiten. Andere Ausführungen beherbergen ein sogenanntes Hilfszifferblatt, das in das Hauptzifferblatt integriert ist und fortlaufend die aktuelle Stunde der ausgewählten zweiten Zeitzone anzeigt.

Tückische Funktion?

Nicht immer verraten der zweite Stundenzeiger oder die Zeiger des Hilfszifferblattes, ob in der anderen Zeitzone gerade Tag oder Nacht herrscht. So kann es schon einmal passieren, dass man den fernen Geschäftspartner in einem gestressten Moment versehentlich zur Mitternacht statt Mittagsstunde telefonisch kontaktiert. Um ein solches Szenario zu verhindern, empfiehlt es sich, entweder auf GMT-Uhren zu setzen, die mit einer Tag-Nacht-Anzeige oder 24-Stunden-Skala ausgestattet sind.

Dual-Time-Uhren – Unsere Empfehlungen

Von Junkers und Zeppelin über Timex und Vostok bis hin zu Sector und Chris Benz gibt es zahlreiche Marken, die hochwertige Uhren mit dieser Funktion herstellen. Junkers beispielsweise fertigt sowohl Modelle mit zweitem Stundenzeiger, wie etwa die 6848-2 Tante JU Fliegeruhr zeigt, als auch Ausführungen mit Hilfszifferblatt, zu denen unter anderen die schwarz-goldene G38 GMT Herrenuhr 6942-5 gehört.

Junkers 6848-2 Tante JU FliegeruhrJunkers G38 GMT Herrenuhr 6942-5Vostok Europe Mriya 2 XXL Multifunktionsuhr 9516-5555249Calypso Kinder Digitaluhr K5685-3

Sportliche Design-Highlights bilden die Europe Mriya 2 XXL Multifunktionsuhr 9516-5555249 von Vostok und die CB-D200-MK1 Depthmeter Digital Gold Edition Taucheruhr von Chris Benz, die beide ebenfalls über die Zweitzeitzonenfunktion verfügen. Dies gilt auch für die ausgesprochen preisgünstige Calypso Digitaluhr K5685-7 für Damen, die neben der grundlegenden Komplikation auch einen Alarm für die zweite Zeitzone beinhaltet.

Chris Benz CB-D200-MK1 Depthmeter Digital Gold EditionSector Expander Street AD0943Oliver XXL Dualtime Herrenuhr SO-2948Timex Chronograph T2P381Als Kombination aus Analog- und Digitaluhr kommt der Sector Expander Street AD0943 Chronograph R3251574001 daher. Er überzeugt nicht nur durch seine enorme Funktionskraft, sondern auch die designbezogene Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit. Empfehlenswerte Modelle sind zudem die s.Oliver XXL Dualtime Herrenuhr SO-2948-LQ mit raffiniert gestaltetem Zifferblatt und der robuste Intelligent Quarz Fly-back Herren Chronograph T2P381 aus dem US-amerikanischen Hause Timex.

Die zweite Zeitzone als funktionales Top-Feature

Wenngleich es jedem Träger einer Dual-Time-Uhr selbst überlassen ist, welche zwei Uhrzeiten sein Schmuckstück anzeigen soll, ist die Bezeichnung, die sich auf die einst im wahrsten Sinne richtungsweisende Greenwich Mean Time bezieht, bis heute geblieben. GMT-Uhren bieten Vielreisenden sowie auch jenen Menschen, die in irgendeiner Form mit fernen Ländern in Verbindung stehen, die technisch beeindruckende Möglichkeit, neben der „eigenen“ jederzeit auch eine fremde Uhrzeit korrekt und zuverlässig zu offenbaren.