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Mechanische Uhren

« Handaufzug oder Automatik? »

Sie sind technische Meisterwerke mit traditionellem Wert. Errungenschaften, die einst die Zeitmessung und -wiedergabe revolutionierten. Sie bilden die Königsdisziplin innerhalb der beeindruckenden Welt der Horlogerie, das Nonplusultra für leidenschaftliche Uhrenliebhaber. Die Rede ist von mechanischen Armbanduhren. Viele Krisen mussten die Ausnahmetalente im Laufe ihrer Geschichte überwinden, doch heute sind sowohl die klassischen Handaufzugs- als auch die modernen Automatik-Ausführungen wieder en vogue und beliebt. Ein guter Moment also, um die beiden Varianten einem kleinen Vergleich für alle Interessierten zu unterziehen!

Volle Kraft voraus – die Funktionsweise mechanischer Uhren

Die überzeugende Funktionalität eines mechanischen Uhrwerks basiert auf einem ausgeklügelten System, bei dem buchstäblich ein Rädchen in das andere greift. Dabei fungieren Antrieb, Räderwerk und Hemmung als die drei wichtigsten Komponenten. Bei einer Handaufzugsuhr wird der Antrieb des Zeitanzeigers durch den manuellen Aufzug, der über das Drehen der Krone geschieht, mit Kraft versorgt. Diese Kraft kommt zunächst im sogenannten Federhaus an. Von dort gelangt sie über das Räderwerk zum Hemmungsrad. Letzteres wird durch den Anker mit der umherschwingenden Unruh verbunden, die in der Folge die herabdosierte Kraft erhält. Apropos Unruh: Als Herzstück des gesamten Schwingungssystems erzeugt sie eine zeitlich definierte Bewegung, die im Sinne eines Kreislaufs auf das Räderwerk übertragen und schließlich an die Zeiger, die uns die Zeit darbieten, weitergegeben wird. Das Minuten-, das Kleinboden- und das Sekundenrad übersetzen dabei die Energie in die benötigten Tempi, also die Stunden, Minuten und Sekunden.

Yves Camani Jules Skelettuhr Handaufzug YC1021-B

Das Uhrwerk einer Automatikuhr ist (fast) genauso aufgebaut wie das eines Modells mit Handaufzug. Allerdings verfügt Ersteres über einen Zusatzmechanismus, den Rotor, der kinetische Energie (darunter versteht man durch die Bewegungen des Armbanduhrenträgers ausgelöste Energie) in potenzielle Energie umwandelt. Die im Federhaus wohnende Zugfeder ist über eine kleine Getriebekette mit dem erwähnten Rotor (Schwungmasse) verbunden. Indem dieser unentwegt dem Erdmittelpunkt entgegenstrebt, wird die Zugfeder automatisch aufgezogen. Sie speichert die Energie und der oben geschilderte Prozess kommt ins Rollen. Übrigens: Das charmante Ticken der mechanischen Uhr ist die akustische Rückversicherung, dass das Schwung- und Hemmungssystem des Handaufzugs- oder Automatik-Uhrwerks einwandfrei läuft.

Handaufzug versus Automatik – ein Duell zwischen Funktionalität und Leidenschaft

Die Entwicklung der (modernen) Automatikuhr in den 1930er-Jahren war nach dem langen Bestehen klassischer Armbanduhren mit Handaufzug der nächste logische (Fort-)Schritt. Man kann sie gut und gerne als „Perpetuum Mobile“ für das Handgelenk bezeichnen. Bei einer sehr funktionalen Betrachtung und Gegenüberstellung von Mechanikuhren mit Handaufzug und solchen mit Automatik-Kaliber wird die enorme Praktikabilität der Letztgenannten schnell deutlich: Sie brauchen nicht Tag für Tag von neuem aufgezogen zu werden.

Für wen eignen sich Automatik-Werke?

Automatikuhren sind insbesondere von Personen zu bevorzugen, die ihre Schmuckstücke (beinahe) jeden Tag tragen möchten. In Momenten, da der mechanische Zeitanzeiger nicht zum Einsatz kommt, legt man ihn einfach in einen Uhrenbeweger und bewahrt ihn dort auf. Das essenzielle Zubehör für den Besitzer eines mechanischen Automatik-Modells simuliert das Tragen der jeweiligen Uhr: Die Aufzugsfeder wird fortlaufend gespannt und der Zeitanzeiger auf diese Weise in Gang gehalten. Aufgrund der ausgeprägten funktionalen Vorteile verfügen heute die meisten mechanischen Uhren über Automatik-Werke.

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Tipp: Für Damen und Herren, die Wert auf mechanische Uhren mit Automatik-Uhrwerk und elegant-klassischem Design legen, empfehlen sich die Modelle der im sächsischen Glashütte beheimateten Marke Kronsegler. Exzellente Ausführungen sind unter anderem die Oxford Masters Unisex Automatikuhr in Silber und Gold, der Deutsche Baumeister KS901ro-brn Automatik Chronograph Karl Friedrich Schinkel und die KS702A-Gbla Sacristan Massivgold Automatikuhr in Gold-Blau.

Regelmäßiges Aufziehen

Der offenkundigste Nachteil einer Handaufzugsuhr gegenüber einem Automatik-Modell besteht zweifelsohne in der Notwendigkeit, den Zeitanzeiger regelmäßig aufzuziehen. Wer seine Uhr in erster Linie als profanen Gegenstand betrachtet, wird angesichts des täglichen Mehraufwands vermutlich vom Kauf eines mechanischen Zeitanzeigers mit Handaufzug absehen und sich stattdessen für eine automatische Ausführung entscheiden. Zwar stellt das Betätigen der Krone mitnichten keine große Angelegenheit dar. Allerdings ist es bekanntlich oft die Summe winziger Kleinigkeiten, die im Alltag als (unnötiger) Ballast empfunden wird.

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Durch das immer wieder erforderliche Aufziehen der Krone kann die Kronendichtung mit der Zeit beansprucht werden. Wenngleich diese bei einer hochwertigen Qualitätsuhr sehr robust gebaut ist, wirkt sich der jahrzehntelange Gebrauch negativ auf die Wasserdichtigkeit aus. Möglicherweise wird nach etlichen Jahren der Nutzung auch eine Erneuerung der Tubusdichtung notwendig, während bei erstklassigen Automatikuhren kaum Verschleißerscheinungen auftreten.

Und doch spricht etwas für den Handaufzug

Die geschilderten funktional-praktischen Minuspunkte der Handaufzugs-Modelle lassen sich mit einem emotionalen Plus mindestens ausgleichen: Für Uhrenliebhaber, die ihre Errungenschaften nicht nur als Gebrauchsgegenstände zur Messung der Zeit, sondern als wahre Schätze empfinden, ist das In-Gang-Setzen und -Halten der Schmuckstücke über die Aufzugskrone häufig eine wunderschöne Zeremonie: Jedes Mal vergegenwärtigt man sich die filigrane Technik, die sich im Inneren des Zeitanzeigers verbirgt, ja spürt regelrecht, wie man der Uhr durch die eigenen Finger zu der Kraft verhilft, die sie zum Leben braucht. Diese besondere Nähe zu ihren geschätzten Alltagsbegleitern wollen viele Uhrenfreunde nicht missen.

Detomaso SAVONA Herrenuhr mit Handaufzug DT1028-J

Man kann das geschilderte Phänomen sehr gut mit der Vorliebe für eine händische Gangschaltung beim Auto vergleichen: Natürlich ist das Automatikgetriebe eine enorme technische Weiterentwicklung, die funktionale Vorteile mit sich bringt. Dennoch gibt es immer noch einige Menschen, die auf diese Bequemlichkeit bewusst verzichten, um den Akt des händischen Gangwechsels weiterhin zu zelebrieren. Uhren sind genauso wie Autos Liebhabergegenstände, bei denen neben oder anstelle der Ratio (auch) die Emotio zählt.

Aber: Mechanische Uhren mit Handaufzug gehen tatsächlich auch mit Vorzügen einher, die zumindest zum Teil vernunftsbezogen sind: Aufgrund des fehlenden Rotors können die Zeitanzeiger merklich schlanker gebaut werden. Bei eleganten Anlässen, die gemeinhin dezente Uhren verlangen, haben die klassischen Modelle demnach einen leichten Vorteil. Das Fehlen des Rotors beschert der Handaufzugsuhr noch einen weiteren Trumpf – zumindest, wenn diese mit einem Gehäuseboden aus Glas beziehungsweise skelettiertem Uhrwerk ausgestattet ist: Die Sicht auf das mechanische Herz gestaltet sich vollkommen frei, sodass man das zahnweise Voranschreiten des Räderwerks uneingeschränkt beobachten kann.

Hermann Jäckle Pforzheim II Skelett Armbanduhr mit Handaufzug Made in Germany Saphirglas

Tipp: Ein edles Beispiel für skelettierte Mechanikuhren mit Handaufzug ist die Hermann Jäckle Pforzheim II Skelett Armbanduhr, die in verschiedenen Farbvarianten zur Verfügung steht. Besonders schön präsentiert sich die Ausführung mit vergoldetem Edelstahlgehäuse und hell-, mittel- oder dunkelbraunem Lederarmband. Alternativ gibt es das Modell auch mit silberfarbenem Gehäuse.

Eine Frage der Vorlieben und Gewohnheiten

Alles in allem entspricht die Automatikuhr dem, was sich ein Uhrenliebhaber mit traditionellen und modernen Ansprüchen wünscht. Nichtsdestotrotz ist die Variante mit Handaufzug kein überholtes Überbleibsel vergangener Uhrengenerationen, sondern vielmehr eine interessante Alternative beziehungsweise ein begehrtes Objekt für Nostalgiker. Um den Komfort einer Automatikuhr mit dem vollkommen freien Blick auf das Uhrwerk zu kombinieren, empfiehlt sich der Griff zu einem Modell mit dezentralem Mikrorotor.

Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch ein herausragendes Automatik-Modell vorstellen, das sich auf Wunsch auch per Hand aufziehen lässt. Die Vostok Europe Lunokhod 2 XXL Automatikuhr 6209209 bietet nicht nur dieses außergewöhnliche Spezifikum. Darüber hinaus verbindet sie eleganten Charme mit sportlicher Lässigkeit. Die Ausführung kommt mit roségoldenem Edelstahlgehäuse und schwarzem Lederarmband daher. Sie ist bis 30 ATM wasserdicht und mit einer Datumsanzeige auf der 6-Uhr-Position versehen.

Vostok Europe Lunokhod 2 XXL Automatikuhr 6209209

Wenngleich sich die Automatik gegenüber dem Handaufzug weitestgehend durchgesetzt hat, schlagen die Herzen vieler Uhrenverehrer weiterhin für die ursprüngliche Variante mit Aufzugskrone. Dabei spielt sich das Für und Wider der beiden mechanischen Gangarten nicht bloß auf rationaler, sondern auch auf emotionaler Ebene ab. Welche Ausführung erhält bei Ihnen den Vorzug? Die puristisch-archaische Variante des Handaufzugs oder das um eine kleine, aber feine Innovation erweiterte Automatik-Kaliber?