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Militäruhren

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Im Einsatz waren und sind Soldaten extremsten Bedingungen ausgesetzt – und in nicht geringem Maße von der präzisen Funktionalität ihrer Ausrüstung abhängig. Auch die exakte Zeitmessung spielte und spielt seit jeher eine bedeutende Rolle für das Militär. Dieser Artikel ist dem ganz eigenen Charme von Militäruhren gewidmet – Zeitanzeigern, die auf faszinierende Art und Weise verdeutlichen, dass schlichte Designs enorme Wirkung und Anziehungskraft ausüben können.

Ein kurzer historischer Abriss

Schiffschronometer

Militäruhren werden auch als Einsatzuhren oder Tactical Watches bezeichnet. Schon lange Zeit bevor man das Wort Armbanduhr überhaupt in den Mund nehmen konnte, ereigneten sich die ersten kleineren Schritte in Richtung der Entwicklung solch „taktischer“ Zeitanzeiger. Es war im Jahr 1714, als die britische Regierung für denjenigen einen Preis aussetzte, der eine Lösung zur vorherrschenden Problematik fand, die geografische Lage genau zu bestimmen. Der Tischler, Erfinder und autodidaktische Uhrmacher John Harrison hatte die Idee, eine präzise Räderuhr zu bauen. Seine Modelle waren zu teuer.

@wikipedia – Racklever at en.wikipedia / Gridge
@wikipedia – Racklever at en.wikipedia / Gridge

Allerdings dienten Harrisons Ansätze einem anderen Uhrmacher, nämlich John Arnold, zur Fertigung eines brauch- und auch bezahlbaren Schiffschronometers. Die Kreation verschaffte Arnold Ruhm – und trug in hohem Maße zur Lösung des sogenannten Längengradproblems bei.

Von der Taschenuhr zur Armbanduhr

Bis zur militärischen Armbanduhr war es jedoch noch ein langer Weg. Offiziere schleppten meist Taschenuhren mit sich herum, die sich bei Manövern logischerweise als eher hinderlich denn hilfreich erwiesen. Ende des 19. Jahrhunderts kristallisierte sich zunehmend mehr heraus, dass etwas geschehen musste.

Und im Jahr 1880 war es dann so weit: Die deutsche Kriegsmarine erteilte der Schweizer Uhrenmanufaktur Girard-Perregaux den Auftrag, 2.000 Einsatzuhren im handgelenkstauglichen Format für die Offiziere der damaligen kaiserlichen Marine zu produzieren. Dies war die erste Serienfertigung für Militäruhren. Sie bestanden den Praxistest im Feld und dürfen mit Fug und Recht als wichtigste Vorfahren der modernen Armbanduhren, wie wir sie heute kennen, bezeichnet werden. Von modernen Tactical Watches waren Sie allerdings noch ein Stück weit entfernt.

Taucheruhren und Fliegeruhren folgen

Bald – zu Anfang des 20. Jahrhunderts – begannen auch die Flugpioniere, starkes Interesse an exakt funktionierenden Armbanduhren zu zeigen. So folgten kurze Zeit später die ersten Fliegeruhren – und auch Taucheruhren kamen allmählich auf. Ob Militär-, Flieger– oder Taucheruhren: Alle Tactical Watches mussten und müssen einige Merkmale erfüllen, um den hohen Anforderungen zu entsprechen.

Schlicht, aber wirkungsvoll – (ursprüngliche) Einsatzuhren im Porträt

Die Optik von Tactical Watches im Allgemeinen und Militäruhren im Speziellen war stets schnörkellos schlicht gehalten. Am Design wurde allein zu funktionalen Zwecken gefeilt. Letzten Endes stellte sich heraus, dass dunkel gestaltete Gehäuse und Zifferblätter am besten geeignet sind – natürlich aus Gründen der Tarnung. Um die benötigten Informationen dennoch gut und schnell ablesen zu können (denn dies war bereits damals eines der bedeutendsten Charakteristika), wurden die Ziffern und Zeiger in hellen, sich abhebenden Farben eingearbeitet. Des Weiteren achtete man auf möglichst große Zifferblätter.

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Die einfache Ablesbarkeit war nicht das einzige essenzielle Merkmal. Schließlich mussten Militäruhren auch hohen Belastungen standhalten. Dazu besaßen sie gemeinhin lange und stabile Lederbänder. In diesem Zusammenhang gibt es eine spannende Anekdote: Angeblich sollen sich Soldaten schon vor der Einführung von Armbanduhren mit Lederbändern beholfen haben, auf die sie ihre Taschenuhren nähten, um sie am Handgelenk tragen zu können.

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Wie dem auch sei – in jedem Fall bildeten Stoß- und Druckfestigkeit sowie Wasserdichtigkeit und Antimagnetismus unverzichtbare Eigenschaften robuster Einsatzuhren. Nicht zu vergessen, dass die Zeitanzeiger selbstverständlich auch bei extremen Temperaturschwankungen nichts oder maximal sehr wenig von ihrer Ganggenauigkeit einbüßen durften.

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Bei Fliegeruhren, die als enge Verwandte der klassischen Militärmodelle fungieren, legte man außerdem Wert auf ein zuverlässiges Verhalten des Uhrwerks unter Einwirkung hoher Beschleunigungskräfte. Übrigens waren fast alle Tactical Watches als Chronographen ausgeführt. Weshalb? Da die Messung bestimmter Zeitintervalle innerhalb militärischer Operationen eine der vorrangigsten Aufgaben darstellte.

Was moderne Militäruhren auszeichnet

Nach wie vor sind Militär- und andere Einsatzuhren robust gebaut. Zur Herstellung der Armbänder und Lünetten finden vorwiegend elastische Materialien wie Kautschuk, Silikon, Textil und Resin Anwendung. Auch die einwandfreie Ablesbarkeit der Daten vom Zifferblatt gilt noch heute als wichtiges Merkmal. Natürlich hat sich die Technik in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt und verbessert.

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So verfügen moderne Ausführungen über zuschaltbare Beleuchtungsmodule oder lumineszierende Ziffern und Zeiger beziehungsweise Zifferblätter. Sie ermöglichen dem Träger, die Uhrzeit und andere bedeutsame Informationen auch bei Nacht problemlos abzulesen.

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Was die Designs betrifft, ist im Grunde genommen ebenfalls alles beim Alten geblieben. Die Uhren kommen schlicht wie eh und je daher – doch die Wirkung auf den Betrachter hat sich verändert: Heute ist es nämlich gerade diese reduzierte, maskuline und martialisch angehauchte Optik, die für viele Uhrenliebhaber den Reiz der rundum soliden Zeitanzeiger ausmacht.

Tactical Watches von KHS

Nehmen wir etwa die KHS Enforcer Titan Einsatzuhr KHS.ENFT.DC3, die visuell wie funktional alle typischen Charakteristika von Militäruhren mitbringt. Hervorzuheben ist das Diverarmband im militärischen Camouflage-Look, das explizit auf die Ursprünge verweist und an selbige erinnert. Auch die Dark Commander Titan X|TAC KHS.DCTXT.R H3 Uhr ist unverkennbar eine Hommage an vergangene Zeiten. Sie präsentiert sich betont dunkel und wird – wie auch die zuvor erwähnte Ausführung – durch ein erstklassiges Swiss-Made-Quarzwerk angetrieben.

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Das Unternehmen KHS hat sich generell auf die Fertigung hochwertiger taktisch geprägter Zeitmesser spezialisiert. Daneben gibt es auch noch andere Firmen, die primär dieses geschichtsträchtige Uhrengenre bedienen.

Einsatzuhren von Swiss Military Hanowa, Traser H3 und Luminox

Swiss Military Hanowa wurde 1963 in Biel gegründet. Mit dem Namensbestandteil „Swiss Military“ will der Hersteller auf die Werte der Schweizer Armee verweisen, die sich aus Widerstandsfähigkeit, Ausdauer, hoher Präzision und der Fähigkeit, selbst unter schwierigsten Bedingungen zu bestehen, zusammensetzen. Diese Merkmale kennzeichnen die Zeitanzeiger der Marke, wie etwa die mit GMT ausgestattete Worldtimer SM34007.03 Herrenuhr oder der Chronograph XXL SM34038.01 eindrucksvoll unter Beweis stellen.

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Zu den bedeutendsten Produzenten von Militär- beziehungsweise Einsatzuhren zählt auch Traser H3. Das herausragende Charakteristikum der Zeitanzeiger ist das intelligente Beleuchtungssystem auf Tritiumbasis. Dabei sind die Leuchtquellen selbstleuchtend – das heißt, sie benötigen weder Batteriestrom noch Tageslicht, um sich aufzuladen und strahlende Helligkeit zu gewährleisten. Exemplarisch seien die widerstandsfähige P6600 Type 6 MIL-G Military Uhr und der T7392 Ladytime Black Chronograph 100333 erwähnt. Letzterer ist eine moderne Ausführung für Damen, die sich für die Eigenschaften von Militäruhren in Kombination mit dem einen oder anderen modernen Element begeistern.

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Wie die Modelle aus dem Hause Traser H3 sind auch die Armbanduhrenuhren der Firma Luminox mit einem patentierten Beleuchtungssystem für den Einsatz ausgerüstet. Wer klassisch militärisch konzipierte Uhren schätzt, findet möglicherweise am 3081.BO Blackout Colormark Chronograph Gefallen. Demgegenüber empfiehlt sich etwa die 3059 Navy Seal Herrenuhr mit schwarzem Silikonarmband und orangefarbenen Elementen auf dem Zifferblatt für all jene, die sich auch auffällig-moderne Komponenten wünschen.

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Trendiges Accessoire oder funktionales Einsatzinstrument?

Die klare Antwort lautet: Tactical Watches sind mittlerweile beides. Tatsächlich kommen hochwertige Modelle auch heute noch bei militärischen Spezialeinheiten zum Einsatz. Zudem werden sie von Rettungsdiensten, der Polizei und ambitionierten Sportlern genutzt.

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Nichtsdestotrotz dürfen, wollen und sollen moderne Militäruhren auch die Handgelenke von Privatpersonen zieren, die sich einfach nur vom Charme der Ausführungen angezogen fühlen. Sie haben sogar die Wahl zwischen richtigen Einsatzuhren, die über die beschriebenen robusten Eigenschaften verfügen, und Zeitanzeigern, die in erster Linie oder ausschließlich optisch an frühere militärische Zeiten erinnern.

Militäruhren im Einsatz und Alltag auf Erfolgskurs

Soldaten verlangten nach handgelenkstauglichen Armbanduhren – und die erschaffenen Zeitanzeiger leiteten den weltweiten Siegeszug der Armbanduhr ein. So betrachtet verwundert es nicht, dass sowohl Einsatzuhren als auch rein visuell im militärischen Stil gehaltene Modelle in unserer „neuen Welt“ immer noch sehr beliebt und begehrt sind – als hochfunktionale Begleiter auf schwierigen Pfaden oder zeitlos trendige Accessoires.