Swiss Made

« Schweizer Uhren – Weltweit ein Begriff »

Bis heute ist das Siegel „Swiss Made“ insbesondere bei Schokolade und Uhren ein ganz besonderes Prädikat, das seine weltweit gültige Sonderstellung in beiden Fällen einer florierenden Markenlandschaft und dem Know-how von Jahrhunderten verdankt. Besonders die Haute Horlogerie, die hohe Kunst der mechanischen Uhrenfertigung, verdichtet sich bemerkenswert um die ostschweizer Uhrenmetropolen Biel, Grenchen, La Chaux de Fonds, Saint-Imier, Le Locle und natürlich Genf. Hier haben zahlreiche Manufakturen begonnen und fertigen bis heute. Doch auch kleinere Hersteller tragen zum exzellenten Standing von Swiss Made Uhren bei.

Die Geschichte großer Männer

Geographisch auffallend ist bei vielen Schweizer Manufakturen natürlich die Nähe zu Frankreich – einem Land, dessen Söhnen ein großer Anteil an dem Erfolg der Uhrenfertigung im Staate der Eidgenossen zukommt. Diese stellen sogar die Anfänge der Uhrmacherkunst dort dar.

@wikipedia – Ferengi
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Bisweilen füllen die prägenden Manufakturen und Persönlichkeiten der Schweizer Uhrenindustrie ganze Bücher, um dem Verdienst großer Namen, einen angemessenen Rahmen zu geben. Wahre Berühmtheiten bei Liebhabern und Sammlern sind die wichtigsten Köpfe einer beispiellosen Entwicklung, wie Sie die eidgenössische Uhrenindustrie nahm. Zu diesen gehören klangvolle Namen wie Abraham Louis Breguet, dem wir das Tourbillon verdanken oder Daniel JeanRichard, der als Teil des Begründertums Schweizer Manufakturen schlechthin in der Schweiz gesehen wird.

Was in Genf beginnt…

Angefangen haben soll allerdings vieles mit fliehenden Hugenotten aus Frankreich zum Ende des 16. Jahrhunderts. Für das Jahr 1587 ist beispielsweise belegt, dass der Uhrmacher Charles Cusin in Genf mit Bürgerrechten ausgestattet wurde, weil er den Goldschmieden der Stadt das Savoir-faire seines Handwerks vermitteln sollte. Der Franzose wurde mit den Genfern einig und begann einige Kunsthandwerker der Stadt auszubilden. Auch wenn Cusin bald darauf die Stadt überraschend über Nacht verließ, hatte er Wissen gepflanzt, das in Genf und den umgebenden Regionen auf besonders fruchtbaren Boden zu fallen schien. Bereits im 18 Jahrhundert gelten „Swiss-Made-Uhrmacher“ nicht mehr als Handwerker, sondern werden bereits als Künstler beschrieben.

Ein früher Vorteil der Stadtrepublik Genf, besonders hinsichtlich luxuriöser Uhren, war der Reichtum der Metropole, die als Goldstadt galt und die Fertigung exklusiver Uhrenkreationen früh mit hochwertigen Materialien vollführen konnte.

@wikipedia – fr:Utilisateur:Ork.ch / Chronus / Yann
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… ist bald in der ganzen Ostschweiz

Die Produktion in Genf wurde jedoch mit zunehmendem Renommee der Uhren teuer, schließlich wollten auch die Uhrenkünstler selbst Ihren Anteil an dem Aufschwung, den die Stadtrepublik erfahren hatte. Zudem behinderten Zunftgesetze in Genf die günstige Fertigung. Eine Lösung bot findigen Kaufmännern der Wissenstransfer und die anschließende Auslagerung der Produktion in umliegende Dörfer der Stadt. Bereits um 1765 sollen aus den Neuenburger Hochtälern deswegen rund 15000 goldene und silberne Uhren exportiert worden sein.

Doch der Höhepunkt der Schweizer Fertigung ist noch lange nicht erreicht. Mit zunehmender Verbindung der Welt und dem Stattfinden erster Weltausstellungen steigt auch der Erfolg der innovativen und als einzigartig geltenden Schweizer Uhren Landschaft. Die Uhrenwerkstätten breiten sich in Folge dessen in der Schweiz immer weiter aus. Bald schon ist in der Ostschweiz eine rentable Landschaft an Uhrenmanufakturen entstanden, die für die ganze Welt produziert. Biel, Le Locle oder La Chaux-de-Fonds werden zu lebenswerten Kleinstädten, die bekannt für Ihre Marken, Innovationen und Erfindungen sind.

Swiss Military Hanowa Navalus Chronograph 06-4156-04-001-09

Dies hat sich bis heute nicht geändert. Hinweg durch alle Krisenzeiten, zwei Weltkriege und die Quarzkrise in den 1970er Jahren bleibt die Schweiz das Mutterland unzähliger Patente, echter Luxusmarken und überzeugt mit dem Label „Swiss Made“ Uhrenliebhaber weltweit.

Die Schweiz kann mehr als Haute Horlogerie

Novy Swiss Made Flieger Chronograph N03BMSpätestens seit der Quarzkrise musste jedoch auch in der Schweiz ein Umdenken stattfinden. Natürlich sind bis heute Marken wie Rolex, Breitling oder Longines tragende Elemente exzellenter Schweizer Uhrenkultur, doch hat sich die Branche auch anderweitig positioniert und bietet längst nicht mehr Uhren zu Preisen die im 4-stelligen Bereich beginnen. Auch Marken wie Swiss Military Hanowa, Torgoen, Novy oder die Festina-Tochter Candino sind Bürgen des Labels „Swiss Made“, blicken oft auf eine große Tradition zurück, bieten aber Uhren in modernen Designs zu fairen Preisen.

Swiss Military Hanowa

Ein gutes Beispiel für Schweizer Markenuhren, das das Label Swiss Made und dessen Standards auch weit unter der 1000€ lanciert, ist das Label Swiss Military Hanowa. Mit Wurzeln, die über 50 Jahre zurückreichen, setzt Swiss Military Hanowa seit 1990 das Erbe der großen Schweizer Uhrenkunst in robuste aber moderne Zeitanzeiger und Chronographen um. So fertigt Swiss Military Hanowa im ostschweizerischen Biel elegante Kollektionen wie beispielsweise die Arrow, vornehmlich aber sportliche Zeitanzeiger von großer Widerstandsfähigkeit, die den passenden Namen Flagship oder Rider tragen. Gemeinsam tragen alle Uhren, neben der offiziellen Lizensierung der Schweizer Eidgenossenschaft als Schweizer Uhr, mit dem Nationalsymbol, dem Weißen Kreuz auf rotem Grund, stolz Ihrer Herkunft Rechnung.

Swiss Military Hanowa

Candino

Auf über 65 Jahre Expertise in der Uhrenfertigung blickt auch das Unternehmen Candino zurück. Einst in Herbetswil, einer weiteren Kleinstadt im Nordosten der Schweiz, gegründet, stellt man dort bis heute Automatik- und Quarzuhren her, die ein besonderes Lebensgefühl vermitteln. Nicht umsonst waren 2006 James Dean und Marlilyn Monroe Stars der Printkampagne des Unternehmens. Von der großen Tradition zeugt auch die Manufaktur aus dem Jahre 1956, die bei Candino in Herbetswil neben dem modernen Fertigungszentrum erhalten geblieben ist.

Candino

Fliegeruhren von Novy oder Torgoen

Von der hohen Qualität und der großen Präzision profitieren aber längst nicht mehr nur Unternehmen aus der Schweiz. Die hohen Ansprüche an robuste Fliegeruhren haben beispielsweise die französischen Fliegeruhrenhersteller von Novy zu Schweizer Uhrwerken greifen lassen.

novy

Auch der amerikanische Hersteller Torgoen wählte und wählt für seine Modelle ausschließlich die besten Werke, die er finden konnte und landete natürlich bei Produkten, die in der Schweiz gefertigt werden. Viele weitere Unternehmen vertrauen außerdem auf die Expertise der Schweizer Uhrenindustrie und bauen auf die große Präzision und Sorgfalt der Handwerker dort. So tragen heute sogar Marken, die nicht aus der Schweiz kommen, den exzellenten Ruf, den Schweizer Uhrentechnik genießt, in die Welt.

Torgoen