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Wie wird die Taucheruhr wasserdicht?

«Von verschraubten Böden und Heliumventilen»

Die Entwicklung wasserdichter Gehäuse für Armbanduhren nahm in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ihren Anfang. Es waren insbesondere die Anforderungen des Militärs, die den Prozess beschleunigten. Nach und nach wurden vielfältige Systeme zum Schutz des wertvollen Uhrwerks erarbeitet – doch nur wenige davon konnten sich letzten Endes durchsetzen. In diesem Informationstext erklären wir Ihnen die wichtigsten Parameter zur Gewährleistung der Wasserdichtigkeit bei Uhren, die vor allem für Hobby- und Profitaucher von immenser Bedeutung sind.

Unverzichtbare Merkmale für die Wasserdichtigkeit von Uhren

Die wohl größte Schwierigkeit im Zusammenhang mit der Sicherstellung der Wasserdichtigkeit bei Uhren bestand darin, die zwangsläufig bewegliche Krone einschließlich Tubus angemessen zu schützen. Zu früheren Zeiten wurde mit einer Vielzahl potenzieller Lösungen experimentiert. So kamen unter anderem Überwurfmuttern, Presskronen und Doppelgehäuse zum Einsatz.

Schließlich hat sich jedoch eine andere Methode durchgesetzt: Bis heute gilt die verschraubte Krone als einfachste und gleichzeitig auch alltagstauglichste Variante.

Demnach ist sie in den allermeisten Uhrenmodellen verbaut, die den Anspruch auf eine hohe Wasserdichtigkeit mit der Möglichkeit, in die faszinierenden Tiefen eines Sees, Meeres oder Ozeans einzutauchen, erheben. Natürlich gibt es auch hier unterschiedliche Konstruktionen. Die aufwändigste Gestaltung sieht O-Ringe im Kronenkopf, im Tubus und auf der Außenseite des Gewindes vor, was in der Summe eine nahezu perfekte „Abwehr“ ergibt. Einfachere Ausführungen verzichten auf den äußeren O-Ring. Dies stellt jedoch in der Regel kein größeres Problem dar.

Carucci Neptun Automatik Taucheruhr CA4401BLWeitere Öffnungen am Gehäuse erfordern zusätzliche Maßnahmen

An einem Uhrengehäuse befinden sich noch weitere Öffnungen, für die in der ausgedehnten Entwicklungsphase der Produktion wasserdichter Zeitanzeiger ebenfalls angemessene „Barrieren“ gefunden werden mussten. Ein rundum zuverlässiger Schutz war das Ziel. Wir beziehen uns dabei in erster Linie auf den Gehäuseboden und das Glas. In der Vergangenheit wurden meist Springdeckel verbaut. Doch bald kam man zu dem Fazit, dass ebendiese keine ausreichende Sicherheit für wasserdichte Armbanduhren bieten und beschloss, auch dahingehend auf die Technik des Verschraubens zu setzen.

Im besten Fall verwenden die Hersteller zur Erwirkung einer hohen Wasserdichtigkeit bei Uhren einen Vollgewindeboden, denn: Modelle, die nur durch einzelne Schrauben mit dem Gehäuse verbunden sind, schützen gemeinhin in geringerem Maße – eine Tatsache, die sich bei unterschiedlichen Anzugsmomenten der Schrauben umso deutlicher zeigt.

Wie die Art des Glases wasserdichte Armbanduhren unterstützt

Wasserdichte Armbanduhren kommen mittlerweile vorwiegend mit eingepresstem Glas daher. Durch die Materialspannung und die zwischen dem Gehäuse und dem Glas eingebrachte Dichtung kann hier ein ausreichender Schutz garantiert werden. Manche Uhrenunternehmen lassen das Glas bei ihren Produkten einkleben. Je nach konkreter Ausführung bietet dies entweder die gleiche oder sogar eine höhere Dichtigkeit.

Carucci Brindisi Taucher Automatikuhr CA2200BK-BKAus welchem Grund? Ganz einfach: Da die Glasform bei den entsprechenden Modellen frei wählbar ist und demnach auch konisch in das Gehäuse eingesetzt werden kann, was mit einer erheblich gesteigerten Druckstabilität einhergeht.

Für die meisten Taucheruhren ist es allerdings relativ bedeutungslos, ob sie ein eingepresstes oder eingeklebtes Glas erhalten – so lange es sich um dickes Saphir- oder Mineralglas handelt. Plexiglas scheidet hingegen aus – wegen seiner Wasserdampfdurchlässigkeit.

Wissenswertes zu den verwendeten Dichtungsmaterialien

Als Dichtungsmaterial wird hauptsächlich Nitrilkautschuk verwendet. Manche Hersteller nutzen auch Viton, das sich noch säurestabiler, alterungsbeständiger und gasdichter präsentiert. Früher wurde mitunter Kork eingesetzt, was sich jedoch bald als ungünstig erwies. Dafür zeichnen die geringe Verformbarkeit und entsprechend schlechte Anpassung des Materials an die Dichtfläche sowie die Neigung zum „Zerbröseln“ verantwortlich. Zudem kamen bereits Dichtungen aus weichen Metallen wie Kupfer oder Blei zum Zuge. Bei speziellen Konstruktionen finden sie immer noch hin und wieder Anwendung.

Vostok Europe Anchar Automatikuhr 5104144-SSo gut die heute üblichen Dichtungen ihren Job auch machen – ewig halten sie nicht. Es ist ein natürliches Gesetz, dass sie durch verschiedene Umwelteinflüsse und mechanische Belastung nach und nach verschleißen.

Deshalb empfehlen wir jedem (zukünftigen) Besitzer einer Taucheruhr, sein Schmuckstück einmal pro Jahr beim Fachmann auf den aktuellen Dichtigkeitszustand hin zu prüfen und gegebenenfalls Reparaturen vornehmen zu lassen.

Das Heliumventil als verzichtbares Gimmick

Was Uhrenhersteller mit durchaus nachvollziehbarer Theorie als unabdingbares Element einer echten Taucheruhr verkaufen, erweist sich in der Praxis als weitgehend überflüssig. Die Rede ist vom Heliumventil, das dafür sorgt, dass bei der Dekompression Helium aus dem Gehäuse der Uhr entweichen kann.

Chris Benz One Lady Taucheruhr CBLHMBSIZur Erklärung: Beim Tauchen begibt man sich in ein sogenanntes Überdruckhabitat, in dem die Atemgase größtenteils aus Helium bestehen. Im Zuge des Unterwasserabenteuers sättigt sich das Uhrengehäuse mit dem Gas. Letzteres dringt also schrittweise über die Dichtungen in die Uhr ein. Auf diese Weise erfolgt ein Druckausgleich zwischen dem Inneren des Zeitanzeigers und dem Habitat. Irgendwann begibt sich der Sportler selbstverständlich wieder in Richtung Wasseroberfläche – es beginnt die Dekompressionsphase, also die kontrollierte Verminderung des Drucks. Das leichte Heliumgas kann jedoch nicht so schnell aus der Uhr „fliehen“, wie es das menschliche Gewebe zu verlassen vermag. Demnach baut sich im Gehäuseinneren ein großer Überdruck auf, der das Glas wie einen Champagnerkorken heraussprengt. Um ein solches Szenario zu verhindern und der Uhr also die Möglichkeit zu geben, den Heliumüberschuss rascher loswerden zu können, wurde das Heliumventil entwickelt.

Chris Benz CB-2000A-D3-MB Deep 2000M Automatic GMT TaucheruhrFunktionsweise des Heliumventils

Sobald der Überdruck im Inneren der Taucheruhr einen bestimmten Wert erreicht hat, aktiviert sich das Ventil automatisch, sodass das Gas aus dem Gehäuse entweichen kann. An und für sich ist gegen die chemischen Gegebenheiten und die Erfindung des Heliumventils nichts einzuwenden. Allerdings wird es praktisch nur beim Sättigungstauchen benötigt – und selbst da ist die Notwendigkeit zweifelhaft, da die Dekompression einige Zeit beansprucht, sodass die Uhr nie schlagartig Druck im Inneren aufbauen muss und das Heliumgas auch ohne die Unterstützung des Ventils austreten kann.

Des Weiteren herrscht die Kritik, dass ein solcher „Helfer“ Taucheruhren nur undichter werden lässt, da es eine weitere Öffnung im Gehäuse impliziert. Wer sich dennoch für eine Uhr mit Heliumventil interessiert, wirft am besten einen Blick auf die Chris Benz CB-2000A-D3-MB Deep 2000M Automatic GMT Taucheruhr aus erstklassigem Marine-Edelstahl.

Bei Taucheruhren sind übermäßige Komplikationen fehl am Platze

Abgesehen davon, dass ein Heliumventil eine Glaubens- und Geschmacksfrage ist, sollte man beim Kauf einer Taucheruhr generell kein Modell mit übermäßigen Komplikationen wählen. Mechanische Tiefenmesser und ähnlich spannend klingende Extras bringen nur Nachteile in Bezug auf die Wasserdichtigkeit – aufgrund der stets erforderlichen zusätzlichen Gehäuseöffnungen.

Was eine gute Taucheruhr mit hoher Wasserdichtigkeit wirklich haben muss

Eine verschraubte Krone und ein verschraubter Glasboden mit qualitätsvollen Dichtungen sowie dickes Saphir- oder Mineralglas sind die Eigenschaften, die wasserdichte Armbanduhren wirklich mitbringen müssen, um ihren Zweck zuverlässig zu erfüllen.

Tauchmeister T0085PU Automatik Taucheruhr 50 ATM PU-Band 44 mmEntscheiden Sie sich lieber für ein schlichtes Modell mit diesen Charakteristika als für eine Ausführung, die mit unzähligen Special Features den Fokus der Designer verschoben haben könnte. Paradeexemplare für hochwertige Taucheruhren sind etwa die Tauchmeister T0085PU Automatik Taucheruhr 50 ATM im stylischen Retro-Look, die elegante Vostok Europe Anchar Automatikuhr 5104144-S mit gelbem Zifferblatt und die schlichte Carucci Neptun Automatik Taucheruhr CA4401BL für Herren sowie die edle Chris Benz One Lady Taucheruhr CBL.H.MB.SI, die buchstäblich erhellende Luminox Navy Seal Damenuhr 7057.WO und die in stilvoll klassischem Schwarz gehaltene Carucci Brindisi Taucher Automatikuhr CA2200BK-BK für Damen.