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Titanuhren – innovatives Material für schicke Zeitanzeiger

Fest und robust, aber dennoch leicht und angenehm zu tragen: Titan bietet viele Vorteile, wenn es um die Kreation von Gehäusen von Zeitanzeigern geht und ist wie geschaffen für voluminöse, markante und sportliche Uhren – allerdings nicht nur. Im Verlauf unseres Artikels werden Sie feststellen, dass Titanuhren auch ausgesprochen elegant daherkommen können. Wir beleuchten ebenso die komplexe Gewinnung wie die Vorzüge des trendigen Materials und nehmen interessante Modelle von Traser und anderen namhaften Marken unter die Lupe.

Kompliziert: die Gewinnung des Metalls

Bis zum fertigen Uhrengehäuse ist es ein langer und mühsamer Weg. Denn obwohl Titan zu den am häufigsten vorkommenden Elementen in der Erdkruste zählt, gestaltet sich die Gewinnung des Metalls äußerst schwierig. Dies liegt daran, dass es zwar in einigen Mineralien (beispielsweise Ilmenit) und Sanden vorhanden ist, meist jedoch in sehr geringen Mengen auftritt. Im Übrigen sind Skandinavien, der Ural, Kanada, Nordamerika, Australien, Malaysia und Südafrika die „Hauptwohnsitze“ des Titans.

Bering Classic Collection Herrenuhr 11937-007Der Kroll-Prozess

Um das Metall aus den Mineralien und Sanden herauszulösen, wird vornehmlich der sogenannte Kroll-Prozess angewandt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Gewinnung technisch reinen Titans – erfunden vom luxemburgischen Forscher und Metallurgen William Justin Kroll im Jahr 1940. Und so funktioniert die Gewinnung: Zunächst soll aus Ilmenit Rutil hergestellt werden. Dies geschieht im Lichtbogen mit Kohlenstoff – man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Lichtbogenverdampfen. Anschließend wird Rutil bei Temperaturen zwischen 750 und 1.000 Grad Celsius mit Chlor und Koks zu Titantetrachlorid umgesetzt. Letzteres erfährt daraufhin eine gründliche Reinigung. Zum Schluss wird es mithilfe von Magnesium bei Temperaturen zwischen 800 und 900 Grad Celsius unter einer Schutzgasatmosphäre zum metallischen Titan reduziert.

Aus dem nun entstandenen Titanschwamm – einer harten, porösen Masse – entfernen die Verantwortlichen überschüssiges Magnesium mit Salzsäure oder besser noch mittels Vakuumdestillation. Dann muss der Titanschwamm aufwändig durch Drehen oder ein anderes Zerspanungsverfahren aus der Prozessanlage herausgearbeitet und in der Folge zu meterlangen Abschmelzelektroden verpresst werden. So hält man schließlich technisch verwendbare, homogene Titaningots für die Fertigung von Titanuhren-Gehäuse in Händen.

Van-Arkel-de-Boer-Verfahren

Kleinere Mengen reinen Titans lassen sich über das Van-Arkel-de-Boer-Verfahren gewinnen. Die auch als Aufwachsverfahren bezeichnete Transportreaktion wurde von den niederländischen Chemikern Anton Eduard van Arkel und Jan Hendrik de Boer im Jahr 1924 entwickelt. Dabei gibt man unreines Titan mit Iod in ein glockenförmiges Gefäß und erhitzt das Ganze auf etwa 800 Grad Celsius. Es bildet sich gasförmiges Metalliodid (TiI4), das im Gefäß aufsteigt und sich an einem glühenden Wolframdraht wieder zersetzt. In der Rückreaktion scheidet sich das reine Titan ab.

Die resultierenden Titanvarianten

Grob kann man die fertigen, zur Produktion von Uhrengehäusen genutzten Titanvarianten in zwei Kategorien unterteilen: Reintitan und Titanlegierungen. Ersteres besteht zu etwa 99 Prozent aus dem gefragten Metall. Demgegenüber sind Titanlegierungen bewusst andere Elemente wie Chrom, Zinn oder Aluminium beigemischt, um bestimmte Charakteristika des Materials zu erzielen. Der Anteil dieser sonstigen Elemente beträgt zwei bis 20 Prozent.

Bering Titanium Collection Herrenuhr 11739-702Beeindruckend: die Vorzüge des Materials

Für Titanuhren wird fast ausschließlich unlegiertes Reintitan verwendet. Hersteller wie Traser H3 profitieren davon, dass sich das Metall problemlos nach den bei der Schmuckkreation üblichen Techniken verarbeiten lässt – vom Sägen, Stanzen und Feilen bis hin zum Fräsen, Hobeln und Bohren ist also alles möglich. Einzig muss darauf geachtet werden, Werkzeuge aus Hartmetallen zu verwenden.

Zu Verschönerungszwecken wird das Metall vornehmlich geschliffen oder gebürstet.

Von der Optik bis zur Strapazierfähigkeit

Mit seinem dunkelgrauen Schimmer verleiht das Metall Titanuhren von Traser und Co. eine starke Optik. Der große Überraschungseffekt stellt sich beim Anfassen von Zeitanzeigern mit (vermeintlich) wuchtigem Titangehäuse ein: Trotz der oftmals enormen Dimensionen, die diese Modelle kennzeichnen, sind sie regelrechte Fliegengewichte.

Bering Classic Collection Multifunktions Herrenuhr 11939-229Zum Vergleich: Reintitan hat eine Dichte von nur 4,506 Gramm pro Kubikzentimeter – damit ist es bei gleichem Volumen rund 42 Prozent leichter als Edelstahl und eignet sich wie kein anderes Material für die Kreation großer Uhren, die vielfältige sportliche und ähnlich turbulente Abenteuer präzise unterstützen sollen. Dafür spricht auch, dass das Metall extrem strapazierfähig und entsprechend belastbar ist: Das feste, dehnbare, korrosions- und temperaturbeständige Material hält nicht nur gleißender Hitze und eisiger Kälte, sondern auch aggressiven Flüssigkeiten und Dämpfen stand.

Die Hautfreundlichkeit des Metalls

Hervorzuheben ist weiterhin die Tatsache, dass Titanuhren aus Reintitan für Menschen mit empfindlicher Haut eine echte Wohltat darstellen. Das Metall bildet an der Luft eine beständige oxidische Schutzschicht, die es vielen Stoffen gegenüber resistent macht und auch chemische Reaktionen zwischen der Haut und dem Gehäusematerial verhindert. Kurzum ist Reintitan also absolut hautfreundlich.

Anodische Oxidation für farbliche Akzente

Es wird spannend sein zu beobachten, ob und wann sich Uhrenunternehmen verstärkt die anodische Oxidation zunutze machen, um dem Metall eine farbige Oberfläche zu verleihen. Je nach Spannung oder Wärme lassen sich von Gelb über Dunkelblau und Purpur bis hin zu Silber die verschiedensten Farben erwirken.

Bering Titanium Collection Herrenuhr 11739-727Diesen koloristischen Effekt haben bislang vor allem Schmuckhersteller, die mit Reintitan oder Titanlegierungen operieren, für sich entdeckt. Doch in den vergangenen Jahren zeigte auch schon die eine oder andere Uhrenfirma auf, welch interessante Designs mit der Methode gezaubert werden können. Dabei sind insbesondere die dänische Uhren von Bering zu erwähnen.

Titanuhren von Bering, Traser, Eichmüller und Co.

Die quarzgesteuerte Classic Collection Herrenuhr 11739-772 aus dem Hause Bering präsentiert sich mit silberfarbenem, gebürstetem Titangehäuse und -armband. Auf dem dunkelgrauen Zifferblatt finden sich hellgraue Ziffern, Indizes und Zeiger. Die 6-Uhr-Markierung offenbart über sich eine dezent eingebrachte Datumsanzeige.

Bering Titanium Collection Herrenuhr 11741-727 Titanband 41 mmEdel kommt auch die Herrenuhr 11741-727 aus der Titanium Collection des skandinavischen Unternehmens daher.

Sie begeistert durch das schwarze Titangehäuse und -armband, das blaue Zifferblatt mit silberfarbenen Details sowie das Quarzmultifunktionsuhrwerk samt Datums-, Wochentags- und 24-Stunden-Anzeige.

Einsatzuhren von Traser und KHS

Natürlich ist Reintitan auch für Einsatzuhren prädestiniert. Kein Wunder also, dass Traser oder KHS Uhren auf das Material bauen. Herausragende Modelle sind etwa der Traser H3 Classic Chronograph 100309 mit schwarzem Lederarmband, Titangehäuse sowie Titanlünette mit nicht drehbarer Tachymeterskala, die Traser H3 Commander 100 Force ICS DE Uhr 106554 mit dunklem Kautschukband, Ronda-Quarzwerk und raffiniert gestaltetem Zifferblatt sowie der spektakuläre KHS Missiontimer 3 Chronograph KHS.MTTCXT.LK mit Kraftband.

Traser H3 Classic Chronograph Titan Blue 100309 Lederband 40 mm Traser H3 Commander 100 Force ICS DE Uhr 106554 Kautschukband 43 mm KHS Missiontimer 3 Titan XTAC Chronograph KHS-MTTCXT-LK 20 ATM 45,5 mm

Bei der letztgenannten Titanuhr ist sogar die verschraubte und mit einem Schutz versehene Krone aus dem erstklassigen Metall gefertigt.

Modische Titanuhren von Oozoo

Zu den Uhren aus Titan, die sich noch etwas zurückhaltender im klassisch dunkelgrauen Look geben, gehören beispielsweise die im Retro-Style gehaltene Herrenuhr C7446 und die XXL Herrenuhr C7855 mit attraktiver Steinoptik. Beide Modelle sind Erzeugnisse der für modische Accessoires bekannten Uhrenmarke Oozoo.

Hochgradig elegante Uhren aus Titan

Die elegante Komponente, die Uhren aus Titan durchaus mitbringen können, trägt beispielsweise die Gardé Ruhla Elegance 15290M mit blauem Zifferblatt und grauem Milanaisearmband zur Schau.

Garde Ruhla Titan Uhr Elegance 15290M Milanaiseband 39 mm Garde Ruhla Titan Damenuhr Elegance 15295M Milanaiseband 30 mm

Auch Frauen steht das stilvolle Modell zur Verfügung – als Gardé Ruhla Damenuhr Elegance 15295M. Ein Highlight im Bereich der Anmut ausstrahlenden Titanuhren bildet zudem die Eichmüller 2430-02 Herrenuhr mit braunem Lederarmband, hellem Zifferblatt und goldfarbenen Zeigern.

Eichmüller 2430-02 Titan HerrenuhrHinweis: Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn Sie bei Beschreibungen zu Titanuhren das Wort „Titanium“ lesen. Es handelt sich dabei lediglich um die englische Bezeichnung desselben Metalls.

Titanuhren: stabil, leicht, hautfreundlich und edel

Die Vorteile von Titanuhren überzeugen auf ganzer Linie und sind verantwortlich für den Trend, Uhrengehäuse zunehmend häufiger aus dem Metall herzustellen.

In Anbetracht der Vorzüge lohnt es sich auch, die komplizierte Gewinnung von Titan dafür in Kauf zu nehmen!