Startseite | Technik & Genres | Die Uhr bleibt stehen?
© nagaets / Fotolia.com

Die Uhr bleibt stehen?

« Das sind die häufigsten Gründe »

Bleibt die Uhr stehen, kann das verschiedene Ursachen haben. Wir erklären die häufigsten Gründe und legen dar, durch welche Maßnahmen Quarz-, Handaufzugs- und Automatikuhren wieder in Schwung kommen.

Wenn die Quarzuhr nicht mehr will…

Quarzuhren sind elektronische Zeitanzeiger, die mit einer oder mehreren Batterien betrieben werden. Die Lebensdauer einer solchen Batterie hängt von einigen Faktoren ab. Zunächst spielt die Qualität derselben eine Rolle. Hier gilt es zwischen Marken- und No-Name-Produkten zu differenzieren. Auch das Funktionsspektrum der Uhr trägt zu einem größeren oder geringeren Durchhaltevermögen der Batterie bei.

Wenn die Quarzuhr nicht mehr will
© vvoe / Fotolia.com

Zu den Kriterien, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind, zählen etwa die seltene oder häufige Nutzung der Stoppfunktion bei einem Chronographen, die ständige Aktivierung des Weckers et cetera. Mit den verstreichenden Wochen, Monaten und Jahren entleert sich die Batterie zunehmend.

Das Schwächerwerden des „Uhrenmotors“ erkennt man oftmals daran, dass die Quarzuhr anfängt, ungenau zu gehen. Früher oder später bleibt der Zeitanzeiger schließlich ganz stehen.

Und dann ist es Zeit für einen Batteriewechsel. Diesen können Sie entweder vom Hersteller Ihres Modells oder einem erfahrenen Uhrmacher vor Ort durchführen lassen. Wer es sich zutraut, hat auch die Möglichkeit, den Austausch in Eigenregie vorzunehmen und dadurch ein wenig Geld zu sparen.

Batteriewechsel selbst vornehmen – das gilt es zu beachten

Es existieren mehrere Techniken, um bei Quarzuhren die Batterie zu wechseln. Welche wann zum Zuge kommen sollte, gibt die Konstruktion der Uhr vor. In jedem Fall verfügen die meisten Quarzuhren über sogenannte Knopfzellen. Bei einem Großteil der Modelle findet sich eine einzige Knopfzelle, nur bei speziellen Uhren – nämlich solchen, die zwei Uhrwerke integrieren – hat man es mit mehreren Knopfzellen zu tun. Auf jeder Knopfzelle steht die ihr eigene Typbezeichnung, die für die Beschaffung eines korrekten Ersatzteils wichtig ist. Je nach Aufbau der jeweiligen Uhr braucht man unterschiedliches Werkzeug, um den Zeitanzeiger zu öffnen und an die Energiequelle zu gelangen.

Batterie-Austausch einer Quarzuhr
© erphotographer / Fotolia.com

Variante 1: Cent-Münze für eine Quarzuhr mit simpler Verschraubung

Bei einer Uhr mit simpler Verschraubung ist der Batterietausch ein Kinderspiel. Je nach Größe des Schlitzes benötigt man nichts weiter als eine 1-, 2-, 5- oder 10-Cent-Münze. Diese wird in den Schlitz des Bodens (unter dem „+“) gesteckt und gegen den Uhrzeigersinn gedreht, bis sich die Verankerung löst. Anschließend braucht man nur noch den Boden und die Batterie herauszunehmen, eine adäquate Ersatz-Knopfzelle zu kaufen, diese einzusetzen und das Gehäuse wieder zu verschließen.

Variante 2: Scharfes Messer für eine Quarzuhr mit gedrücktem Boden

Ein Modell, bei dem der Boden auf das Gehäuse gepresst ist, erfordert ein scharfes Messer als Werkzeug und eine Menge Fingerspitzengefühl. Mit dem vorderen Teil der Klinge setzt man vorsichtig an der Aussparung am Gehäuse an und hebt den Boden ab. Daraufhin lässt sich der Batteriewechsel ganz normal durchführen.

Der Deckel wird per Hand wieder auf das Gehäuse gepresst.

Funktioniert dies nicht wie gewünscht, verwendet man einen Gehäuseschließer oder eine Glaspresse. Achtung: Legen Sie das Uhrenglas auf einen weichen Untergrund und üben Sie keinen zu starken Druck aus, um das Uhrenglas nicht zu beschädigen.

Variante 3: Gehäuseöffner für eine Quarzuhr mit verschraubtem Boden

Ist der Boden in das Gehäuse hineingeschraubt, benötigt man einen Gehäuseöffner mit Krallen. Das Werkzeug wird in die Aussparung am Boden – also die kleinen Lücken dort – eingebracht. Dann dreht man den Gehäusedeckel auf, in der Regel gegen den Uhrzeigersinn. Bei einem besonders fest verschraubten Boden empfiehlt es sich, zusätzlich einen Gehäusehalter zu verwenden. Dieser reduziert das Risiko, abzurutschen. Nach dem Batteriewechsel wird der Boden wieder auf das Gehäuse gesetzt und mit dem Gehäuseöffner zurück in seine Ausgangsposition gedreht.

Batterie in Quarzuhr wird ersetzt
© vvoe / Fotolia.com

Hinweis: Führen Sie den Tausch der Batterie nur durch, wenn Sie handwerkliches Geschick mitbringen und mit derartigen Tätigkeiten vertraut sind. Andernfalls ist es sinnvoller, den Wechsel vom Fachmann vornehmen zu lassen. Und: Bleibt die Uhr stehen, sollten Sie zeitnah reagieren. Ansonsten droht auch noch Batteriesäure auszulaufen und den Zeitanzeiger zu zerstören.

Wenn die Automatikuhr stehen bleibt…

Wie Handaufzugsmodelle sind auch Automatikuhren hochkomplexe „Maschinen“, deren bewegliche Teile einem natürlichen Abnutzungsprozess unterliegen, was den Gang der Uhren logischerweise beeinflusst. Auch hochwertige Öle verbrauchen sich und „verharzen“ allmählich, wie man im Fachjargon sagt.

Wenn die Automatikuhr stehen bleibt
© NorGal / Fotolia.com

Das heißt, sie werden zunehmend fester und bremsen die Hebel und Räder im Inneren der jeweiligen Uhr ab. So kommt es, dass auch die hochwertigsten Herren-Automatikuhren oder besten mechanischen Damenuhren irgendwann stehen bleiben können. Neben dieser zeitabhängigen Ursache, die sich vermeiden lässt, indem man die Uhr alle drei bis vier Jahre für eine Generalüberholung zum Uhrmacher bringt oder schickt, gibt es noch weitere Gründe, die zum schlagartigen Stillstand führen können.

Grund 1: Eine gelöste Schraube stört das Uhrwerk

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Schrauben durch Erschütterungen gelöst werden und das Uhrwerk bei seiner Arbeit behindern. Schon leichte Handbewegungen beim Golfspielen oder Fahrradfahren können das Problem hervorrufen. Zur Behebung des Schadens wird die fragliche Schraube in einem ersten Schritt aus dem Räderwerk entfernt und daraufhin wieder angezogen. Im Normalfall kann sich nur der Fachmann oder ein ausgewiesener Uhrenkenner darum kümmern.

Grund 2: Schmutz und Staub blockieren das Kaliber

Auch Dreck und Staub bewirken unter Umständen eine Blockade des Kalibers. Dies geschieht häufig dann, wenn die Uhr beziehungsweise das Uhrwerk schon längere Zeit keine Wartung mehr erfahren hat. Zur Reparatur wird das Herzstück in seine Einzelteile zerlegt, gründlich gereinigt und mit Schmieröl geölt. Je komplizierter das Kaliber, desto aufwändiger und teurer gestaltet sich auch die Revision.

Grund 3: Der automatische Aufzug hat einen Defekt

Vielleicht rührt der Stillstand der Automatikuhr daher, dass der automatische Aufzug in irgendeiner Form defekt ist und die Uhr nicht mehr aufzieht. Ursachen dafür gibt es viele, beispielsweise den Bruch der Rotorachse durch einen heftigen Stoß. Der Umfang und die Kosten der Reparatur lassen sich in diesem Zusammenhang nur schwerlich prognostizieren. Zu stark hängen die Faktoren vom genauen Auslöser der Schädigung ab.

Grund 4: Die Aufzugsfeder ist plötzlich gebrochen

Bricht die Aufzugsfeder, ist es nur folgerichtig, dass die Automatikuhr stehenbleibt. In der Regel passiert dies durch den weiter oben schon erwähnten natürlichen Alterungsprozess, dem die Bestandteile des Zeitanzeigers unterliegen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Feder in einem bestimmten Moment einem zu hohen Spanndruck ausgesetzt war und deshalb brach. Sie muss ersetzt werden.

Teile einer Automatikuhr
© NorGal / Fotolia.com

Hinweis: Es gibt auch Quarzuhren mit Automatik. Diese Modelle enthalten keine Batterie und brauchen demnach auch niemals einen Batteriewechsel. Sie laufen, so lange sie getragen werden. Bleibt die spezielle Quarzuhr doch einmal stehen, etwa nach einem längeren Zeitraum, in dem sie nicht zum Einsatz gekommen ist, muss man sie lediglich anziehen und die Zeit neu einstellen. Aber: Wie die klassische Automatikuhr enthält auch das automatische Quarzmodell mechanische Bestandteile, die in regelmäßigen Abständen gewartet und gegebenenfalls wegen starker Verschleißerscheinungen ausgetauscht werden müssen. Selbstverständlich seien zuletzt Solaruhren genannt.

Bering Solar Watch Herrenuhren mit Milanaiseband

Bering Uhren mit Solar-Energiequelle beispielsweise zeigen, wie schick und dennoch günstig Quarz-Solar-Uhrwerke als Armbanduhr sein können.

Schlusswort

Bleibt die Uhr stehen, gilt es die richtigen Maßnahmen zu treffen. Herkömmliche – also elektronisch angetriebene – Quarzuhren kann man mittels Batteriewechsel zum Teil in Eigenregie „kurieren“. Handaufzugs-, Automatik- und automatische Quarzuhren sollten hingegen ausnahmslos zum Fachmann gebracht werden, wenn sie stehenbleiben und einer Reparatur bedürfen. Wir empfehlen zudem, die stehen gebliebene Uhr nicht weiter zu tragen. Auch von gewaltsamen Versuchen, das Schmuckstück wieder zum Laufen zu bringen, sollte man unbedingt absehen, um gravierendere Schädigungen zu vermeiden.