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Valjoux 7750

« Automatisches Chronographenwerk des Premiumsegments »

Das Valjoux 7750 zählt zweifelsohne zu den größten und wichtigsten Errungenschaften der langen und spektakulären Uhrengeschichte. Bei dem außergewöhnlichen Chronographenwerk handelt es sich um ein Erzeugnis der Valjoux SA, das sich aufgrund seiner beeindruckenden Ganggenauigkeit weltweit etabliert hat und bis heute nahezu unverändert in vielen Mode- und Luxusuhren zum Einsatz kommt. Dieser Beitrag widmet sich dem technischen Meilenstein von allen Seiten.

Die Entwicklung eines Highlights der Uhrengeschichte

Im Jahr 1901 gründeten die Brüder John und Charles Reymond die „Reymond Frères SA“ in der Schweizer Gemeinde Les Bioux, gelegen am Lac de Joux im Vallée de Joux. Von Anfang an fokussierte sich die Firma auf die Herstellung von Chronographenwerken. In Anlehnung an den Produktionsstandort wurde der Betrieb 1925 in Valjoux SA umbenannt. Die Kaliber des Unternehmens erlangten bald einen sehr guten Ruf – sie trieben beispielsweise die Uhren des Schweizer Militärs während des Ersten Weltkriegs an.

Junkers 6818-2 Tante JU Valjoux 7750 Automatik ChronographDas Jahr 1973 als Geburtsstunde des Valjoux 7750

Der größte Coup gelang der Valjoux SA im Jahr 1973, als das Chronographenwerk 7750 das Licht der Welt erblickte und innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Verehrer fand. Dies hat sich bis heute nicht geändert, genauso, wie auch die technischen und funktionalen Details des Uhrwerks weitestgehend gleich geblieben sind.

Nach wie vor fungiert das Schweizer Uhrwerk als Herzstück vieler Automatik-Chronographen aus dem mittleren bis hohen Preissegment, das sich ungefähr zwischen 1.000 und 10.000 Euro bewegt.

Ein Qualitätskaliber mit vielen Namen

Valjoux 7750, ETA-Valjoux 7750, ETA-7750 – das Kaliber taucht in der Uhrenindustrie inzwischen unter diversen Bezeichnungen auf. Mit jedem der erwähnten Begriffe ist jedoch ein und dasselbe Uhrwerk gemeint. Der Grund für die unterschiedlichen Namen liegt in der späteren Eingliederung der Valjoux SA in den größeren Werkehersteller ETA. Einige Luxusuhrenmarken, etwa Breitling, IWC, Chronoswiss oder Tag Heuer verwenden das Rohwerk häufig als Basis, um es intern individuell zu veredeln. Andere Labels bauen das Chronographenwerk ohne eigene Anpassungen in ihre Zeitanzeiger ein.

Das Valjoux 7750 im Porträt

Was aber zeichnet das hochwertige Chronographenwerk im Detail aus? Wie ist es beschaffen und aufgebaut? Welche Funktionen gehen mit ihm einher? Wir liefern Ihnen die Übersicht.

Äußerlichkeiten

Das begehrte Uhrwerk 7750 hat einen Durchmesser von rund 30 Millimetern (13 ¼ Linien) und ist 7,9 Millimeter hoch. Damit zählt es nicht gerade zu den kleinsten Kalibern. Dank seiner Größe bietet es allerdings Raum für die Integration aller wesentlichen Chronographen-Funktionen. Das Uhrwerk ist auf 25 Rubinen gelagert. Als Hemmung dient ein Steinanker. Der Hebungswinkel der Unruh beträgt 49 Grad.

Uhrwerk ETA Valjoux 7750 der Junkers 6818-1Aufbau und Funktionsweise

Beim ETA-7750 wird ein sogenannter Schwingtrieb eingesetzt. Dies ist eine patentierte Erfindung des einstigen Schweizer Uhrmachers Edouard Heuer. Der Schwingtrieb lässt sich als beweglich montierte Welle mit zwei Ritzeln beschreiben. Während das eine Ritzel im ständigen Kontakt mit dem Sekundenrad des Kalibers steht, greift das gegenüberliegende Pendant nach Betätigung des Start-Drückers und einem kurzen Handgelenksschwenk in das Zentrumsrad des Chronographen. So wird die für das Funktionieren des Zeitmessers notwendige Verbindung gewährleistet. Betätigt man den oberen Drücker erneut, bewegt sich der Schwingtrieb wieder vom Zentrumsrad weg, sodass der Automatik-Chronograph anhält.

Innere Werte

Für den Besitzer eines Chronographen mit 7750-Antrieb wiegen selbstverständlich die inneren Werte. Tatsächlich bringt jeder Automatik-Chronograph mit dem ETA-Kaliber alles mit, was man sich von einer Uhr des Genres im Allgemeinen erwartet: Die linksseitig eingebetteten Totalisatoren repräsentieren den 30-Minuten-Zähler bei 12 Uhr, die 12-Stunden-Anzeige bei 6 Uhr und die Kleine Sekunde bei 9 Uhr. Hinzu kommt die Datumsanzeige inklusive Wochentag und Schnellkorrektur auf der 3-Uhr-Position. Nicht zu vergessen der zentrale Sekundenzeiger mit der Sekundenstoppeinrichtung durch das Nockenschaltwerk. Die rechtsseitig montierten Drücker sind für das Starten und Stoppen der Zeitmessung (oben) beziehungsweise für das Nullstellen (unten) zuständig.

Qualitätsstufen

Um die Eigenschaften des ETA-Valjoux-Chronographenwerks vollständig darzulegen, ist eine Erläuterung der unterschiedlichen Qualitätsstufen unerlässlich. Das Kaliber ist in den Varianten Elaboré, Top und Chronomètre erhältlich, die in Bezug auf ihre technischen Details und die Finissage variieren. Diese Differenzen haben wiederum Auswirkungen auf die Lagersteine, die Unruh, die Spiralfeder, die Stoßsicherung und die Ganggenauigkeit. Bei der Veredelungsstufe Elaboré sind Polyrubine als Lagersteine, eine aus vergoldetem Nickel bestehende Unruh, eine Nivarox-2-Spiralfeder und eine Etachoc-Stoßsicherung enthalten. Die mittlere Gangabweichung liegt bei plus/minus sieben Sekunden pro Tag.

Luxus Chronograph
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Demgegenüber ist das Chronographenwerk bei den Stufen Top und Chronomètre auf roten Rubinen gelagert sowie mit einer Unruh aus vergoldetem Glucydur, einer Anachron-Spiralfeder und einer Incabloc-Stoßsicherung ausgestattet. Was für den Träger eines Chronographen mit Valjoux-7750-Kaliber jedoch viel entscheidender ist: Die mittlere Gangabweichung beträgt plus/minus vier Sekunden bei Top-Modellen und maximal plus/minus zwei Sekunden bei Chronomètre-Ausführungen – wiederum pro Tag.

ETA-7750 als Chronometer

Das 7750-Kaliber ist so robust und läuft dermaßen ganggenau, dass es als Chronometer zertifiziert werden kann. Einige Uhrenhersteller machen sich diesen Vorzug, der auch für den enormen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad des Uhrwerks verantwortlich zeichnet, zunutze. So lässt etwa die Schweizer Traditionsfirma Breitling sämtliche Uhren, die zum Teil mit dem ETA-7750 ausgestattet sind, bei der COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres, Chronometerprüfstelle in der Schweiz) zertifizieren.

Modische Automatik-Chronographen mit Valjoux-7750-Antrieb

Neben den vielen Unternehmen für Luxusuhren gibt es auch mehrere Hersteller von modischen Armbanduhren, die auf die herausragende Qualität des ETA-7750-Chronographenwerks nicht verzichten wollen. Es sind dies jene Firmen, die dem Herzstück eines jeden Zeitanzeigers mindestens ebenso viel Bedeutung beimessen wie der stetigen Umsetzung optischer Trends. In diesem Zusammenhang möchten wir vor allem Junkers und Maserati hervorheben.

Maserati Attrazione Automatik Chronograph Limited Edition R8841626001 Lederband 43 mmMaserati Attrazione Automatik Chronograph R8841626001

Der Maserati Attrazione Automatik Chronograph R8841626001 ist ein ganzes Bündel Qualität: Abgesehen vom ETA-7750-Uhrwerk kommt die Uhr mit einer verschraubten Krone und Wasserdichtigkeit bis 10 ATM sowie mit erstklassigem Saphirglas, edlem Lederarmband und der stilvollen Farbkombination aus Roségold, Schwarz und Silber daher. Das Modell ist auf 200 Stück limitiert und hat damit Seltenheitswert.

Junkers 6818-1 Tante JU Valjoux 7750 Automatik Chronograph

Wer einen modischen 7750-Automatik-Chronographen mit etwas schlichterem Look wünscht, findet in der Junkers-Kreation 6818-1 Tante JU einen geeigneten Kandidaten.

Junkers 6818-1 Tante JU Valjoux 7750 Automatik ChronographBeeindruckend sind das Reliefzifferblatt im Wellblechdesign, die Leuchtzahlen mit Superluminova-Technik und das satinierte Edelstahlgehäuse. Schwarz und Silber bilden die tragenden Farben des Zeitmessers.

Valjoux 7750 – ein lebender Meilenstein in der Welt der Chronographen

Das Chronographenwerk, dem seit jeher das Prädikat „Swiss Made“ anhaftet, überzeugt in puncto Robustheit ebenso wie hinsichtlich der Ganggenauigkeit, die in der Elaboré-Version eine mittlere Abweichung von plus/minus sieben Sekunden pro Tag nicht übersteigt und in der Chronomètre-Variante maximal plus/minus zwei Sekunden pro Tag von der realen Zeit entfernt ist. Kein Wunder, dass sowohl Luxus- als auch Modemarken bestrebt sind, die großen Vorteile des Uhrwerks in ihre Automatik-Chronographen zu integrieren.