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Weltberühmte Kaliber

« Was steckt hinter ETA, Miyota und Co.? »

Mechanische Uhrwerke und inzwischen auch einige Quarzvarianten sind echte Kaliber – im wahrsten Sinne des Wortes. In diesem Artikel widmen wir uns den wichtigsten Werken der bedeutendsten Hersteller und liefern Ihnen ansprechende Beispiele von Uhren, die mit den jeweiligen Kalibern versehen tagein tagaus präzise Zeiten präsentieren.

Das ETA 7750 als Vorzeigekaliber der Marke Valjoux

Valjoux-Uhrwerke sind typische Swiss-Made-Erzeugnisse: Sie stehen für herausragende Qualität und Zuverlässigkeit. Mit dem mittlerweile schon legendären Kaliber Valjoux 7750 schuf das Schweizer Unternehmen im Jahr 1973 ein robustes und präzises Chronographenkaliber mit automatischem Antrieb, das ständig optimiert wird. Das Uhrwerk ist mit dem ETACHRON-Rückersystem und einem Rückerkorrektor ausgestattet. Bedient wird es mit zwei Drückern. Die komplexe Schaltung des Chronographenmechanismus erfolgt über eine moderne Nockensteuerung.

Zu den wesentlichen Funktionen des Kalibers gehören die Kleine Sekunde auf der 9-Uhr-Position, die Datums- und Wochentagsanzeige bei der 3 und die chronographenbezogenen Bestandteile, also der 30-Minuten-Zähler bei 12 sowie der 12-Stunden-Zähler bei der 6 sowie der zentrale Stoppsekundenzeiger. Auch mit dem Verlust der Eigenständigkeit des Unternehmens Valjoux gehört das Kaliber nach wie vor zu den häufig nachgefragten Uhrwerken auch wenn es heute ETA 7750 heißt.

maserati-attrazione-automatik-chronograph-eta-7750-limited-edition-r8841626001Der Maserati Attrazione Automatik Chronograph R8841626001

Der hochgradig elegante Maserati Attrazione Automatik Chronograph R8841626001 ist ein Beispiel für Uhren, die das ETA Valjoux 7750 Uhrwerk mit all seinen Alleinstellungsmerkmalen in sich tragen. Neben der durch das Kaliber gegebenen erstklassigen Funktionalität überzeugt das Modell auch in optischer Hinsicht: Das roségoldene Gehäuse und die ebenso gefärbten Zeiger und Indizes harmonieren aufs Vortrefflichste mit dem silbern gestalteten Zifferblatt und dem schwarzen Lederarmband im Krokoprint.

Wer sich für exakt diese Ausführung interessiert, sollte übrigens nicht zu lange zögern, da sie auf 200 Stück limitiert ist. Neben der Maserati-Uhr finden sich auch von Junkers mehrere Zeitmesser, in denen das ETA Valjoux 7750 den Takt vorgibt.

Das Ronda 515 als quarzgesteuertes Uhrwerk der besonderen Art

Beim Quarzwerk Ronda 515 Powertech handelt es sich um eine Innovation der modernen Uhrentechnik. Das Kaliber der traditionsreichen Schweizer Firma beherbergt einen außergewöhnlich starken Schrittmotor, der vergleichsweise sehr wenig Strom verbraucht.

Ronda selbst gibt in Bezug auf die Lebenszeit der Batterie in dem Uhrwerk eine Dauer von 45 Monaten an. Das absolute Highlight des metallenen Kalibers mit einem vernickelten Stein ist die Energieeinsparungsfunktion bei gezogener Stellwelle. Sie reduziert den Stromverbrauch um circa 70 Prozent. Die Präzision des Quarzuhrwerks leidet hierunter allerdings in keiner Weise. Weitere Höhepunkte sind die Magnetfeldabschirmung (18,8 Oersted) und hohe Schockresistenz.

tauchmeister-militaer-gmt-taucheruhr-ronda-515-t0201milDie Tauchmeister Militär GMT Taucheruhr T0201MIL

Als stylisch sportliches Exempel für Zeitanzeiger mit dem Ronda 515 Uhrwerk möchten wir Ihnen die Tauchmeister Militär GMT Taucheruhr T0201MIL etwas näher vorstellen. Dabei müssen wir sogleich anmerken, dass die Ausführung eine Weiterentwicklung des klassischen Kalibers beherbergt (515.24H). An den grundlegenden Eigenschaften des Uhrwerks ändert sich jedoch nichts. Diese sind lediglich um ein praktisches Extra erweitert: die GMT-Funktion mit Schnellkorrektur. Die zweite Zeitzone befindet sich auf der 9-Uhr-Position.

Was die Uhr im Gesamten betrifft, gilt es vor allem die lässige Optik des schwarzen Edelstahlgehäuses mit dem hellen, nachleuchtenden Zifferblatt und dem exzellenten Milanaisearmband sowie die Wasserdichtigkeit bis 20 ATM hervorzuheben. Liebhaber von Taschenuhren sollten einen Blick auf die günstige Eichmüller 8206-01 werfen. Sie läuft mit dem ursprünglichen Ronda 515 Uhrwerk.

Das Miyota 8215 als japanische Antwort auf die Schweizer Kaliber

Im Laufe der Zeit lernte auch die Konkurrenz der Schweizer das anspruchsvolle Handwerk der Fertigung exzellenter Uhrwerke. In diesem Zusammenhang ist in erster Linie der japanische Hersteller Miyota zu nennen, der sowohl mechanische als auch quarzgesteuerte Kaliber produziert. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der Kreation mechanisch-automatischer Ausführungen. Pro Jahr entstehen derer mehr als 1,8 Millionen. Damit zählt Miyota innerhalb dieses Segments zu den weltweit größten Unternehmen.

Eines der bekanntesten und beliebtesten Uhrwerke ist das Automatikkaliber 8215 mit 21 Steinen. Die wichtigsten Charakteristika des Modells sind die Zentralsekunde und Schnellschaltung für das Datum sowie die Parashoc-Stoßsicherung und die Schweizer Ankerhemmung. Es existiert bereits seit dem Jahr 1977 und wird von einigen renommierten Unternehmen eingesetzt, beispielsweise von Carucci.

Carucci-Uhren mit automatischem Miyota 8215 Uhrwerk

Tatsächlich beherbergen fast alle Zeitanzeiger aus dem Hause Carucci, das in Deutschland beheimatet ist, allerdings den italienischen Stil pflegt, das automatische Miyota 8215 Kaliber. Erwähnenswert sind etwa die in unterschiedlichen Farbvarianten erhältlichen Niscemi XXL Damen Automatikuhren mit schwarzem oder weißem Kautschukarmband und einer mit Kristallsteinen besetzten Lünette, die das silberfarbene oder roségoldene Edelstahlgehäuse stilvoll veredelt.

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Auch die Herrenuhren des Herstellers kommen bevorzugt mit dem Miyota-Uhrwerk daher, so beispielsweise die ausgesprochen klassisch designte Messina CA2195BR Automatikuhr mit braunem Echtlederarmband und nachleuchtenden Zeigern auf dem bräunlich-goldenen Zifferblatt, das auf der 3-Uhr-Position eine Datumsanzeige aufweist.

Über die Besonderheiten von Manufakturkalibern

Neben den Kalibern spezialisierter Uhrwerkehersteller gibt es sogenannte Manufakturkaliber. Darunter versteht man Uhrwerke, die von einer bestimmten Uhrenmanufaktur in Eigenregie produziert werden. Vor der Quarzkrise in den 1970ern und 1980ern war dies nichts Ungewöhnliches. Doch mit dem Boom der Quarzuhren stellten die meisten Firmen auf den elektronischen Antrieb um und verschrotteten sowohl die damals als veraltet betrachteten Mechanikwerke als auch die zugehörigen Fertigungsstätten.

Anfang der 1980er-Jahre blieb nur noch eine Handvoll von Unternehmen übrig, die weiterhin auf ihre Manufakturkaliber setzten. Mit der Renaissance der mechanischen Uhr gewann das „im eigenen Haus“ produzierte Uhrwerk wieder zunehmend an Bedeutung und ist heute keine Seltenheit mehr.

Die Vor- und Nachteile von Konfektionskalibern und Manufakturwerken

Ist ein Manufakturkaliber einem Konfektionswerk – also einem Taktgeber, der nicht aus der eigenen „Feder“ stammt, sondern von einem Zulieferer bezogen wird – vorzuziehen oder nicht? Oder ergeben sich vielleicht sogar mehr Nachteile mit einem Manufakturwerk? Die Antworten auf diese Fragen muss letzten Endes jeder für sich selbst finden, da sie davon abhängen, welche Prioritäten man setzt.

Natürlich: Wer sich mit einer Uhr mit Manufakturkaliber schmückt, darf sich rühmen, einen Zeitanzeiger zu besitzen, der bis ins kleinste Detail von ein und derselben Hand produziert wurde. Des Weiteren wollen wir ergänzen, dass es eine technische und auch organisatorische Meisterleistung ist, eine Uhr als Gesamtprodukt komplett eigenständig zu fertigen. Allerdings fehlt einigen Manufakturwerken die extreme „Kampferprobtheit“, die hochwertige Konfektionskaliber wie von ETA, Ronda oder Miyota seit Jahrzehnten eindrucksvoll unter Beweis stellen. Letztere werden ihrem Ruf als unverwüstliche Traktoren durch enorme Stabilität und Zuverlässigkeit immer wieder gerecht.

Auch hinsichtlich der Revision und Reparatur gibt es Unterschiede: Manufakturkaliber können gemeinhin nur vom jeweiligen Hersteller selbst revisioniert und repariert werden. Demgegenüber besitzt fast jeder freie Uhrmacher die Fähigkeit, mit bekannten ETA-, Ronda- oder Miyota-Werken umzugehen, was die Angelegenheit selbstverständlich erheblich erleichtert. Und selbst wenn sich ein Experte findet, der das erforderliche Know-how für die Arbeit an einem Manufakturkaliber mitbringt, besteht noch das Problem der Ersatzteilversorgung. Alles in allem fährt man also mit einem erstklassigen Konfektionswerk, zumindest was die Wartung angeht, komfortabler.

Fazit

Ob ETA Valjoux 7750, Ronda 515 oder Miyota 8215 – diese drei Kaliber, die von zahlreichen namhaften Uhrenherstellern eingesetzt werden, halten in der Regel, was sie versprechen: Ganggenauigkeit, Robustheit und damit einhergehend auch Langlebigkeit sind kennzeichnende Merkmale der Uhrwerke, die zurecht zu den besten und berühmtesten der Welt zählen.