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Zeitumstellung 2017

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Am 26. März ist es mal wieder so weit: Die Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt. Aber wie war das gleich mit dem Vor und Zurück? Und wozu dient diese lästige Regelung überhaupt? Weshalb wird sie nicht einfach abgeschafft? Schließlich ist längst geklärt, dass sie letztlich mehr Probleme verursacht, als dass sie Nutzen bringt. Wir liefern Ihnen alle wesentlichen Infos zur Zeitumstellung 2017 sowie zur Sommerzeit im Allgemeinen!

Zeitumstellung 2017 – die Eckdaten im Überblick

Die Zeitumstellung 2017 erfolgt am 26. März, genauer gesagt in der Nacht von Samstag (25. März) auf Sonntag (26. März) um 2:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt werden die Uhren um eine Stunde auf 3:00 Uhr vorgedreht.

Grundsätzlich gilt: Die Sommerzeit in Deutschland und auch den anderen mitteleuropäischen Ländern beginnt jedes Jahr am letzten Sonntag im März und endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober.

Dann werden die Uhren wieder von 3:00 auf 2:00 zurückgedreht. Das fragliche Datum hinsichtlich der Zeitumstellung 2017 ist der 29. Oktober. In der Nacht von Samstag (28. Oktober) auf Sonntag (29. Oktober) verabschiedet sich die Sommerzeit und lässt der Standardzeit, die umgangssprachlich auch als Winterzeit bezeichnet wird, zumindest bis zum nächsten Frühjahr den Vortritt.

Sommerzeit 2017
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Auswirkungen der Zeitumstellung – körperliches und organisatorisches Chaos

Zunächst eine gute Nachricht: Viele Uhren stellen sich automatisch auf die jeweilige Zeit um. Dazu zählen etwa die meisten Computer- und Handyuhren. Armbanduhren müssen hingegen in der Regel manuell angepasst werden – es sei denn, Sie besitzen eine Funkuhr – idealerweise eine der tollen Armbanduhren von Gardé Ruhla. Achten Sie darauf, alle für Ihren Alltag wesentlichen Geräte auf die richtige Zeit umzustellen, denn vergessene Uhren, etwa in Fotokameras, können später für Verwirrung sorgen. Auch Funk Wanduhren und Funkwecker sind da sehr praktisch.

Die verlängerte Tageslichtzeit als (einziger) Vorteil

Durch die Sommerzeit liegt die Tageslichtphase in einem späteren Zeitraum. Anders ausgedrückt: Die Tageslichtzeit beginnt und endet später als gewöhnlich. Während der richtigen Sommermonate beispielsweise verschiebt sich die Uhrzeit des Sonnenaufgangs von 3:30 auf 4:30 und jene des Sonnenuntergangs von 21:00 auf 22:00. Um drei und vier Uhr morgens schläft der Großteil der Menschen, um 22 Uhr abends hingegen nicht.

Verlaengerte Tageslichtzeit als Vorteil
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Unsere heutige Gesellschaft richtet sich mehr nach der vorgegebenen Uhr- als der tatsächlich herrschenden Tageszeit. Insofern treibt die Sommerzeitrechnung die mit der Uhrzeit verbundene Wachphase verstärkt in die hellen Stunden des Tages. So kann man seine Freizeitaktivitäten am Nachmittag und Abend länger bei Tageslicht und angenehmen Außentemperaturen genießen. Doch dies ist auch schon der einzige Vorteil der Sommerzeitregelung. Die Nachteile überwiegen.

Organisatorische Auswirkungen der Zeitumstellung

Für die meisten Bürger erfolgt die Umstellung der Zeit sozusagen „im Schlaf“. Demgegenüber stellt sie einige Einrichtungen vor mehr oder weniger große Probleme. Institutionen mit nächtlichem Bereitschaftsdienst sehen sich mit der Schwierigkeit konfrontiert, Dienstpläne so zu adaptieren, dass sie den gesetzlichen Anforderungen genügen. Ohne eine ausgeklügelte Planung, die logischerweise zusätzliche Kosten verursacht, wäre entweder der Dienst für die einen Mitarbeiter eine Stunde länger oder die Ruhezeit für die anderen Beschäftigten eine Stunde kürzer. Auch für die Verantwortlichen diverser öffentlicher Verkehrsmittel ist es obligat, die Komplikationen, die mit der Nacht der Zeitumstellung verbunden sind, durch ein sinnvolles System zu lösen, um möglichst zu verhindern, dass etwa Züge verspätet oder verfrüht am Ziel ankommen.

Organisatorische Auswirkungen der Zeitumstellung
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Die Zeitumstellung führt sogar in Zusammenhang mit der Religionsausübung zu Problemen. Muslimische und jüdische Gebets- und Fastenzeiten orientieren sich am Stand der Sonne. Demnach verändern die Sommerzeitregelungen die Zeitabstände zwischen dem Morgengebet und dem Arbeitsbeginn beziehungsweise dem Arbeitsende und Abendgebet oder Fastenbrechen. Die Schwierigkeiten mündeten immer wieder in Konflikte zwischen religiösen und säkularen Juden, weshalb die Sommerzeit in Israel seit 2005 vor dem strengen Fastentag Jom Kippur beendet wird. In Palästina setzt sie zwischen dem 1. und 29. August für die Zeit des Ramadans aus. Die Regelung, die eine zu lange Wartezeit bis zum abendlichen Fastenbrechen verhindern soll, wurde 2011 festgelegt. Im Gazastreifen findet die Zeitumstellung überhaupt keine Anwendung mehr.

Körperliche Auswirkungen der Zeitumstellung

Gegner der wechselnden Umstellung auf Sommer- und Standardzeit argumentieren, die Anpassung an den neuen Tagesrhythmus dauere mindestens einige Tage, verringere während dieser Phase die Produktivität und sei zudem gesundheitsschädlich. Natürlich liegen zum Thema einige Studien vor. Zwar lassen die Ergebnisse keine allgemeinen Schlüsse zu, allerdings sind die Erkenntnisse nicht zu unterschätzen.

So ergaben etwa physiologische Untersuchungen, dass es im Zuge der Zeitverschiebung zu Hormonspiegelschwankungen im Körper kommt, die bei der Umstellung auf Sommerzeit bis zu viereinhalb Monate und bei der Zurückstellung der Uhren auf Normalzeit zwei Wochen dauern.

Psychologen und Mediziner konnten weiterhin beweisen, dass vor allem die Organismen von Menschen mit Schlafstörungen oder organischen Erkrankungen große Schwierigkeiten haben, ihren chronobiologischen Rhythmus an die neuen Gegebenheiten anzupassen. In der ICD (International Classification of Diseases) ist zudem ein mit dem Jetlag vergleichbares Krankheitsbild mit der Bezeichnung „Nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus“ (ICD-10-Code F51.2) beschrieben.

Gründe für die Zeitumstellung – von falschen Vermutungen und purer Bequemlichkeit

Ursprünglich wurde die Zeitumstellung eingeführt, weil man glaubte, dadurch Energie sparen zu können. Die Theorie lautete – vereinfacht ausgedrückt – folgendermaßen: Im Sommer wird es früher hell. So kann man zeitig aufstehen und den lichtdurchfluteten Tag besser ausnutzen. Dadurch wird wiederum künstliche Beleuchtungsenergie gespart. Die Idee, die sich später als haltlos erweisen sollte, entstand offenbar schon im 18. Jahrhundert – Benjamin Franklin äußerte sich 1784 im Journal de Paris entsprechend, wurde damals allerdings nicht wirklich ernst genommen.

Gruende fuer die Zeitumstellung
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Zur erstmaligen Einführung der Sommerzeit kam es am 30. April 1916 – und zwar im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn, mit dem Ziel, Energieeinsparungen zu bewirken. Kurze Zeit später schlossen sich auch zahlreiche andere europäische Länder an. Doch lange währte die Sommerzeit nicht: Nur drei Jahre später schafften die ersten Länder sie bereits wieder ab. Nur Großbritannien hielt zwischen den Weltkriegen kontinuierlich an der alljährlichen Zeitverschiebung fest.

In den Jahrzehnten bis 1996 erlebte die Zeitumstellung in den verschiedenen Ländern ein stetiges Auf und Ab: Mal wurde sie vorübergehend wieder eingeführt, dann erneut abgeschafft, noch einmal eingeführt und so weiter.

Noch bis in die 1970er-Jahre hinein, in die im Übrigen auch die Ölkrise (1973) fiel, hielt sich die Vermutung, die Sommerzeit unterstütze das Energiesparen. Inzwischen ist allerdings erwiesen, dass es sich dabei um einen Irrtum handelt. Tatsächlich steigt der Energieverbrauch durch die Umstellung sogar an, wie Erkenntnisse des Bundesumweltamtes verdeutlichen: Zwar spart man während der Sommerzeitmonate abends elektrisches Licht. Dafür wird dann morgens mehr geheizt, insbesondere in den kühleren Monaten, also im März, April und Oktober. So kommt es alles in allem zu einem höheren Energieverbrauch. Ganz abgesehen davon spielt die Beleuchtung für die Stromkosten in einem Haushalt nur eine kleine Rolle.

Weshalb die Umstellung der Zeit nicht abgeschafft wird

Da drängt sich doch förmlich die Frage auf, weshalb man trotz der beschriebenen Fakten weiter an der Zeitumstellung festhält. Der Grund ist schnell gefunden: Verantwortlich zeichnet die angestrebte Harmonisierung des Binnenmarktes. Da Ende der 1970er-Jahre erneut einige Länder die Sommerzeit einführten, sahen sich die anderen Nationen gezwungen, nachzuziehen, um die für viele Bereiche (grenzüberschreitender Verkehr, Fahr- und Flugpläne etc.) wesentliche Einheitlichkeit zu gewährleisten.

Aenderung muesste europaweit vorgenommen werden
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Und nun ist es in erster Linie die Abneigung gegenüber dem bürokratischen Aufwand, der zur Abschaffung der Zeitumstellung notwendig wäre, die dazu führt, dass wir nach wie vor gezwungen sind, Jahr für Jahr an der Uhr zu drehen. Hinzu kommt, dass kein europäisches Land einen Alleingang wagen darf. Wenn, dann müsste die Änderung europaweit vorgenommen werden. Und dem steht bis dato und vermutlich auch noch für einige Zeit schlicht und ergreifend die Bequemlichkeit im Weg.

Sommerzeit
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Regelung in sonstigen Ländern Europas und der Welt

Neben sämtlichen Mitgliedstaaten der EU und den meisten anderen europäischen Ländern gibt es zum Teil auch auf den übrigen Kontinenten eine Sommerzeit. Mitunter orientiert sie sich an dem Zeitraum, der in der EU gilt (beispielsweise im Libanon), manchmal unterscheidet sie sich davon (etwa in einigen afrikanischen sowie nord- und südamerikanischen Ländern).

Vor und Zurück – Eselsbrücke als Gedächtnisstütze

Wenn wir schon genötigt sind, der Zeitumstellung 2017 ebenso Folge zu leisten, wie wir die Anpassungen in den vergangenen Jahren notgedrungen vornahmen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft werden vornehmen müssen, dann können wir uns doch wenigstens eine Eselsbrücke zunutze machen, um uns den ewigen Zweifel hinsichtlich Vor und Zurück ab sofort zu sparen: „Im FRÜHLING stellt man die Gartenmöbel VOR die Tür, im HERBST befördert man sie ZURÜCK in den Schuppen.“

Fruehling Gartenmoebel vor die Tuer
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